Politik : Dickhäuter unter sich

Hans Monath

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Mein Gott, wie hat sich der politische Betrieb auf die Osterpause gefreut! Ein lautes Seufzen der Erleichterung drang am Freitagnachmittag aus den Büros im Regierungsviertel: endlich frei! Auch der Kanzler ließ die Amtsgeschäfte sein und fuhr in den Urlaub, der nach Ansicht von Vize-Regierungssprecher Hans Langguth „wohlverdient" war. Hatte der Politiker sich überarbeitet? Mitte der Woche, das ist verbürgt, war Schröder so weit, dass er an einem anstrengenden Arbeitstag einen Elefanten sah. Hatte der Dauerstress mit Clement, Agenda-Kritikern und Opposition seine Nerven so weit ruiniert, dass er Halluzinationen hatte? Doch erst einmal die Fakten: Nach der Kabinettssitzung trat der Chef bei schönem Wetter auf den Kanzleramtsbalkon und blickte hinunter. Dort wurde auf der Straße, über die sonst die Gesprächspartner und Staatsgäste zum Besuch anrollen, tatsächlich ein Elefant geführt. Ein Besucher, dem Schröder später am Tag von dem Erlebnis erzählte, steuerte eine indische Weisheit bei, die dem Kanzler gefallen haben dürfte: Elefanten bringen Glück. Politische Beobachter sollten nun genau aufpassen, ob Schröder demnächst einen ganzen Elefantenzirkus auf das Gelände des Kanzleramts einlädt. Wenn ja, stünde zumindest eines fest: Der Mann, der am 7. April seinen 60. Geburtstag feiert, will es noch einmal wissen. Und versucht mit tierischer Gewalt, das Schicksal zu zwingen. Dabei verbindet Schröder mit den Rüsseltieren mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Die haben bekanntlich eine dicke Haut und sind doch ziemlich sensibel. Aber bevor wir nun ein so hohes Tier wie einen Kanzler mit Elefanten vergleichen, wünschen wir einfach: schönen Urlaub.

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