• Die Abstimmung war stark von der Bundespolitik geprägt - die Wähler reagierten zurückhaltend

Politik : Die Abstimmung war stark von der Bundespolitik geprägt - die Wähler reagierten zurückhaltend

Bei der Landtagswahl im Saarland hat sich bis zum Sonntagnachmittag eine geringe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Dies teilte der Landeswahlleiter in Saarbrücken mit.

Im Saarland gaben bis 14.00 Uhr 37,6 Prozent der rund 820 000 Wahlberechtigten ihre Stimmen ab. Vergleichszahlen für die Landtagswahl 1994 lagen nicht vor. Bei der Bundestagswahl im September war im Saarland bis zu dieser Uhrzeit eine Beteiligung von 51,5 Prozent erreicht worden, bei der Europawahl lag sie zu dieser Zeit bei 33,1 Prozent.

Im Saarland war der Landtagswahlkampf besonders stark von der Bundespolitik geprägt. Die Wahlberechtigten im kleinsten Flächenstaat entschieden darüber, ob Ministerpräsident Reinhard Klimmt (SPD) im Amt bleibt oder CDU-Herausforderer Peter Müller die Macht übernimmt. Themen wie die Zukunft des Kohleabbaus an der Saar spielten gegenüber den Bundesthemen eine untergeordnete Rolle. Während CDU und Grüne für einen raschen Strukturwandel im Revier plädierten, gab sich die SPD hier als eher konservative Kraft.

Sowohl die Sozialdemokraten, die an der Saar seit 1985 alleine regieren, als auch die oppositionellen Christdemokraten setzten auf eine absolute Mehrheit der Sitze. Die Grünen hatten sich nicht auf eine Koalitionsaussage zugunsten der SPD festgelegt, doch galt Rot-Grün als naheliegendere Möglichkeit, die FDP wollte zusammen mit der CDU regieren.

Vor fünf Jahren hatten die SPD 49,4, die CDU 38,6 und die Grünen 5,5 Prozent erreicht, die FDP scheiterte mit 2,1 Prozent. Der SPD-Politiker Klimmt hat erst vor neun Monaten das Amt des Regierungschefs von Oskar Lafontaine übernommen. Mit Kritik an den Rentenplänen der Bundesregierung und am Schröder-Blair-Papier profilierte er sich zuletzt als ein Wortführer der Linken in der SPD.

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