Politik : Die Befreiungsarmee muss sich bis Ende September zur Partei wandeln

Die USA haben Bestrebungen der kosovo-albanischen Befreiungsarmee UCK zurückgewiesen, sich zum offiziellen Militär der Provinz zu entwickeln. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Foley, sagte am Dienstag in Washington, die UCK müsse sich bis zum 19. September entmilitarisieren und zu einer politischen Partei umstrukturieren. Der amerikanische UN-Botschafter Holbrooke habe bei seiner jüngsten Kosovo-Reise entsprechende Zusagen der UCK-Führung erhalten.

Zu der anders lautenden Erklärung des UCK-Kommandeurs Ceku vom Montag, die Organisation wolle auch zu einer "Selbstverteidigungskraft" Kosovos werden, sagte Foley: "Am 19. September läuft die Frist für die Entmilitarisierung der UCK ab." Die im Juni getroffenen Vereinbarungen seien unzweideutig. Die UCK habe bis zum Ablauf der Frist alle automatischen Waffen abzugeben, und ihre Mitglieder dürften dann auch keine Militäruniformen und Rangabzeichen mehr tragen.

Im Kosovo begann am Mittwoch für Tausende von Schülern wieder der Unterricht. Alle Schulen der Provinz waren seit Beginn des Nato-Luftkriegs gegen Jugoslawien am 23. März geschlossen gewesen. In einigen ländlichen Gegenden hatte es seit dem jugoslawischen Vorgehen gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen im Februar 1998 keinen Unterricht gegeben.

Russland erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen amerikanische KFOR-Truppen im Zusammenhang mit der Entdeckung eines Massengrabs mit 15 Toten. Die US-Soldaten hätten das Massengrab nahe Ugljare einen Monat lang verschwiegen, hieß es in einer offiziellen Erklärung des russischen Außenministeriums. "Die Rede ist von einem abscheulichen Fall".

Bei den Toten handelt es sich nach jugoslawischer und russischer Darstellung um Serben. Nach KFOR-Angaben gab es noch keine gesicherten Informationen über die Toten und ihre ethnische Zugehörigkeit. Das Massengrab war Ende August bekannt geworden.

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