Politik : Die Beziehung ist zu exklusiv

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„Wenn Angela Merkel die künftige Bundesregierung führen sollte, wird es im deutschfranzösischen Verhältnis vielleicht neue Töne geben. Aber grundsätzlich dürfte es in diesem Fall keine großen Veränderungen geben, denn bei den wichtigsten Themen in der EU kommt man an Deutschland und Frankreich nicht vorbei.

Deutschland und Frankreich müssen ein Einverständnis erzielen, was einen möglichen EU-Beitritt der Türkei anbelangt. Wenn die CDU/CSU eine privilegierte Partnerschaft mit der Türkei anstrebt, wird sie dabei beim britischen Premier Tony Blair wenig Unterstützung bekommen. Die privilegierte Partnerschaft entspricht hingegen dem Wunsch der Mehrheit der Franzosen, vor allem in der Regierungspartei UMP. Sollte es eine große Koalition in Deutschland geben, sehe ich nicht, wie man eine Vereinbarung finden kann zwischen dem Bundeskanzler, der die Türkei in der EU haben will, und der Unions-Kanzlerkandidatin, die die gegenteilige Position vertritt.

Ich glaube schon, dass Frau Merkel ihre Ankündigung in die Tat umsetzen würde, in der EU die Belange der kleinen Mitgliedstaaten stärker zu berücksichtigen. Auch in Frankreich wird inzwischen anerkannt, dass die Beziehung zwischen Paris und Berlin in der jüngsten Vergangenheit viel zu exklusiv gewesen ist. In der Zeit von Helmut Kohl und François Mitterrand war die deutsch-französische Beziehung zwar auch sehr eng, aber die anderen EU-Mitgliedstaaten waren viel geschickter eingebunden.“

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