Politik : Die CDU-Krise: Stoiber schnurrt (Kommentar)

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Der Zorn ist noch nicht verraucht. Die Niederlage der Union bei der Abstimmung im Bundesrat über die Steuerreform bewegt die CSU nach wie vor. Beflissene Hilfskräfte wie Erwin Huber und Thomas Goppel haben das Grobe erledigt: Bellen, Knurren, Beißen. Edmund Stoiber schluckt den Ärger sichtlich angestrengt herunter - und lobt Angelika Merkels Kämpferherz in der Nacht vor dem Debakel, als beide versuchten, die potenziellen Verräter bei der Stange zu halten. Der Bayer würde gerne den unverwundeten Feldherr in der Unionsattacke auf Kanzler Schröder und Finanzminister Eichel geben. Aber er hat sich selbst nicht mit Ruhm bekleckert. Auch er hat die Strategie des bedingungslosen Nein vertreten. Fundamentalopposition ist kein Allheilmittel. Stoiber möchte beweglich bleiben, von Fall zu Fall entscheiden, etwa bei der Rente. Streit schätzt der Wähler nun einmal nicht. Schon gar nicht leisten kann sich die CSU einen Familienkrach unter Schwesterparteien. Der Sturz der CDU im Verlauf der Schmiergeldaffäre drohte auch die CSU mitzureißen. Wenn Edmund Stoibers Worte über Friedrich Merz und Angela Merkel nun klingen, als habe der Wolf Kreide gefressen, dann, weil er weiß: Vor einer Solidarisierung der CDU und der Wähler gegen die Beller und Beißer aus dem Süden muss er sich hüten.

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