Politik : Die CDU - rauf und runter (Kommentar)

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Die CDU in der Achterbahn: im Politbarometer auf dem Weg nach oben, im Untersuchungsausschuss des Bundestages in die tiefsten Tiefen. Angela Merkels Wahl wirkt sich enorm schnell aus. Nur wenige Monate nach den verheerenden Eingeständnissen von schwarzen Kassen und geheimen Konten und wenige Tage nach dem euphorischen Essener Kongress bringt die neue Chefin der Partei neue Beliebtheit - die allerdings nach der Befragung ihres Vorgängers Wolfgang Schäuble und der Ex-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister umgehend wieder gefährdet wird. Wer weiß, was da noch kommt ... Die Spendenaffäre ist nicht aufgeklärt, die Aufklärung aber an einem wichtigen Punkt angelangt. Denn einer lügt: Schäuble oder Baumeister. Und wenn es doch Schäuble gewesen sein sollte? Das wäre dann ein großer Fall. Und dann kann auch der "Angie-Faktor" schnell dahin sein. Darum der Versuch, mit Inhalten einem Absturz vorzubauen. Aber mit welchen! Die Postkartenaktion zur Rüttgers-Kampagne "Kinder statt Inder" zum Beispiel hat zwar im Politbarometer eine deutliche Zustimmung, zwei Drittel finden das ganze Thema andererseits gar nicht interessant. Hier muss die CDU erst noch beweisen, dass sie den Unterschied zwischen populär und populistisch gelernt hat. Rüttgers ist populistisch, Merkel populär, und dem muss sie ihre Inhalte anpassen. Dann hält sie sich auch länger da oben. Lange über den Tag hinaus, an dem sich im nächsten Politbarometer die Aussagen im Spendenausschuss niederschlagen.

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