Politik : Die CSU tritt auf der Stelle

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München - Der Streit in der CSU, wer Edmund Stoiber in der Position des Parteivorsitzenden beerben wird, geht weiter. Auch nach einem dreistündigen Gespräch in der Münchner Staatskanzlei, an dem neben Stoiber unter anderen die rivalisierenden Horst Seehofer und Erwin Huber, CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann und Landtagspräsident Alois Glück teilnahmen, ist es nicht zu der angestrebten einvernehmlichen Lösung gekommen. Diese werde aber nach wie vor verfolgt, erklärte Edmund Stoiber später. Er bezeichnete das Gespräch als „gut und sehr offen“. Seehofer und Huber äußerten sich nicht.

Huber hatte vor der Sitzung betont, die CSU befinde sich nach wie vor „nicht in der Krise“. Stoiber resümierte, dass sich eine Lösung „nicht übers Knie brechen“ lasse. Beide Bewerber um das höchste Amt in der CSU seien nach wie vor entschlossen, notfalls den Parteitag Ende September mittels einer Abstimmung unter den Delegierten entscheiden zu lassen. Stoiber sagte allerdings, dass er sich „Sorgen“ mache, es könne bis September zu weiterem innerparteilichen Streit kommen, „nicht zwischen Seehofer und Huber, aber unter ihren Anhängern“. Er kündigte weitere Gespräche in den nächsten Wochen an. Der Chef der Berliner Landesgruppe, Peter Ramsauer, äußerte sich am Rande des Treffens zu seiner Befindlichkeit mit den Worten: „Ich beneide mich derzeit nicht.“ Die CSU brauche momentan „eine höhere Eingebung“.

Trotz des andauernden Führungsstreits käme die CSU einer GMS-Umfrage im Auftrag von Sat 1 zufolge bei einer Landtagswahl auf 52 Prozent der Stimmen. Im Streit um die Nachfolge Stoibers als CSU-Chef hat Seehofer in der Gunst der CSU-Wähler die Nase vorn. 41 Prozent sprachen sich für Seehofer aus, 31 Prozent für Huber. miw/dpa

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