• Die einzige Lösung des Problems Fifa: Man könnte Blatter die Steuerfahnder auf den Hals hetzen

Die einzige Lösung des Problems Fifa : Man könnte Blatter die Steuerfahnder auf den Hals hetzen

Die letzten Beweise fehlen immer, sagt Harald Martenstein. Das war schon bei Al Capone so. Aber Martenstein hat da so eine Idee, die die schweizerische Steuerbehörde vielleicht interessieren könnte. Eine Glosse.

von
Harald Martenstein schlägt vor, Sepp Blatter die Steuerfahndung auf den Hals zu jagen. Wie bei Al Capone. picture alliance / dpa
Harald Martenstein schlägt vor, Sepp Blatter die Steuerfahndung auf den Hals zu jagen. Wie bei Al Capone.Foto: dpa

Korruption ist seit jeher ein fester Bestandteil des Leistungssports, ähnlich wie Training, wie Siegerehrungen oder wie Doping. Der spektakulärste Fall bleibt für immer das Wagenrennen bei den Olympischen Spielen des Jahres 67. Die Spiele waren um zwei Jahre verschoben worden, damit sie besser in den Terminplan des römischen Kaisers Nero passten. Das kommt nahe an die Vergabe der Fußball-WM an Katar heran, aber ist noch eine Spur dreister. Am Wagenrennen nahm Nero persönlich teil. Er stürzte, wurde aber trotzdem von der unabhängigen Jury zum Sieger erklärt. Begründung: Wenn Nero nicht gestürzt wäre, hätte er sowieso gewonnen. Rein sachlich war das richtig.

Nicht übel ist auch der Gewinn der Fußball-WM durch Argentinien, 1978. Argentinien spielte schwach. Im letzten Gruppenspiel musste das Team gegen Peru mit vier Toren Unterschied gewinnen. Peru war gut, vor allem die Abwehr. Gegen Holland hatten sie ein 0:0 erreicht. Argentinien gewann 6:0. Im Jahr 2000 behauptete der Autor David Yallop, dass dafür 50 Millionen Dollar und 35 Tonnen Getreide an Peru geflossen seien. Richtig gemein aber sei es gewesen, dass die wichtigsten peruanischen Spieler nur lumpige 20 000 Dollar bekommen haben. Der kleine Mann ist immer der Dumme. Yallops Indizien klangen beeindruckend, aber letzte Beweise fehlten. Joseph Blatter ging gegen das Buch juristisch vor, es verletze seine Persönlichkeitsrechte.

2011 berichtete der britische Sender BBC, dass der Weltverband der Amateurboxer dem Land Aserbaidschan den Gewinn von zwei Goldmedaillen versprochen habe, zum Preis von knapp sieben Millionen Euro. Der Boxverband bestätigte, als die Sache bekannt wurde, den Eingang des Geldes aus Aserbaidschan. Dies habe aber nichts mit den Goldmedaillen zu tun, die Aserbaidschan dann tatsächlich gewonnen hat. Die Vorwürfe seien grotesk und unwahr.

Die letzten Beweise fehlen immer, was interessanterweise auch bei dem Amerikaner Al Capone der Fall gewesen ist. Al Capone haben sie nie etwas beweisen können, obwohl es, ähnlich wie bei Joseph Blatter, unschöne Gerüchte und die diffamierende Behauptung gab, er sei Chef einer kriminellen Organisation. Sie haben ihn über seine Steuern drangekriegt, verurteilt wurde Al Capone wegen Steuerhinterziehung. Könnte so nicht auch die Lösung des Problems Blatter aussehen? Ich kann mir vieles vorstellen, aber nicht, dass Blatter ehrlich seine Steuern zahlt. Wenn ich aber garantiert sauberen Leistungssport der Spitzenklasse sehen will, schaue ich mir im Fernsehen Wrestling an. Da ist von vornherein klar, dass die Kämpfe abgesprochen sind. Wrestling, eine ehrliche Sache. Während der nächsten Fußball-WM schaue ich Wrestling. Falls ich es schaffe.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

48 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben