Die EU-Sanktionen : Verweigerte Visa

Unsicheren Schrittes schwankt Uladzimir Nekljajew, gestützt von vier KGB-Offizieren, in einen Minibus. Wenige Minuten zuvor war der informelle weißrussische Oppositionsführer unter strengen Auflagen aus der Isolationszelle des Minsker KGB-Untersuchungsgefängnisses nach Hause entlassen worden. 40 Tage hatte der weißrussische Poet dort wegen angeblicher Umsturzpläne verbracht. Dafür drohen dem Gegenkandidaten Aleksander Lukaschenkos bis zu 15 Jahre Haft. „Ich danke allen für die Unterstützung“, sagte er ins Mikrofon eines Reporters der oppositionellen Tageszeitung „Nascha Niwa“, dann griffen seine Bewacher ein. Interviews darf Nekljajew nämlich keine geben, ebenso wenig, wie er während des Hausarrests telefonieren oder gar Gäste empfangen darf. Der KGB quartierte sogar zwei Agenten in der Wohnung des Oppositionellen ein. Die beiden Agenten bewohnten eines von zwei Zimmern der Privatwohnung und überwachten den ehemaligen Kandidaten für das Präsidentenamt auf Schritt und Tritt, sagte seine Ehefrau Olga Nekljajewa der Nachrichtenagentur AFP. Er dürfe keine Nachrichten anschauen, nicht telefonieren und nicht im Internet surfen, sagte sie. Zusammen mit Nekljajew entließ das Regime in Minsk zwei weitere Oppositionelle unter strengen Auflagen aus der Haft – darunter die Ehefrau des Oppositionspolitikers Andrej Sannikow, Irena Chalip. Auch sie wird nach Angaben ihrer Mutter von zwei KGB-Agenten überwacht. Sie kann nun ihren dreijährigen Sohn wiedersehen. flue

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