Politik : Die FDP streitet weiter

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Berlin. Der Streit über Jürgen Möllemann hält an. Die neuerliche Kritik des FDP-Vizes an Michel Friedman und seine Angriffe auf die Altliberalen Gerhart Baum und Hildegard Hamm-Brücher stießen am Freitag auf heftige Reaktionen. Parteichef Guido Westerwelle sagte, er bedauere die Einschränkung, mit der Möllemann seine Entschuldigung bei jüdischen Mitbürgern versehen hatte. Er missbillige dieses Vorgehen, sagte Westerwelle. Die Diskussionsbeiträge der Altliberalen seien „unverzichtbar". Westerwelle rief dazu auf, „die Debatte zu beenden".

FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt sagte dem Tagesspiegel: „Liberalität heißt auch, Kritik vertragen zu können. Möllemann sollte dringend seine rhetorischen Fähigkeiten durch die Fähigkeit zur Einsicht in eigene Fehler ergänzen.“ Generalsekretärin Cornelia Pieper bezeichnete Möllemanns Verhalten als „kindisch“ und verlangte eine Entschuldigung. Möllemann hatte gesagt, die „Querulanten“ Hamm-Brücher und Baum trügen „nichts, aber auch gar nichts zu einer positiven Entwicklung der FDP bei". Beide sollten „wirklich in den Ruhestand gehen". Bekämen beide „noch mal das Sagen, würde ich meine Mitarbeit in der FDP schlagartig beenden. Und wenn die drohen, sie wollen austreten, dann sollen sie gehen. Gute Reise!“ Baum und Hamm-Brücher sagten, sie dächten gar nicht an einen Parteiaustritt. Nun müsse die Partei Möllemann als Vize-Vorsitzenden ablösen, forderte Hamm-Brücher. „Das ist die einzige Chance, damit in der FDP wieder Geschlossenheit einkehrt."

Die Deutsch-Arabische Gesellschaft, die Möllemann führt, steht derweil vor einer Zerreißprobe. Mehrere Vize-Präsidenten drohten mit ihrem Rückzug aus der Organisation.

Robert von Rimscha/Frank Jansen

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