Politik : Die Frage ist: Wieviel Inder wollen? (Kommentar)

ank.

Die Diskussion um die deutsche Green Card bleibt gespenstisch: Während Arbeits- und Bildungsministerium über Zulassungsbedingungen streiten, machen die ausländischen IT-Spezialisten uns ein ums andere mal deutlich, dass sich ihre Neigung, zu uns zu kommen, sehr in Grenzen hält. Trotz mehrmonatiger Diskussion hat es sich unter den Politikern immer noch nicht herumgesprochen, dass es um veränderte Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt geht: Es gibt weltweit wenig IT-Spezialisten, aber viele Möchtegern-Silicon-Valleys, die um die Experten werben. Es ist immerhin schon ein Fortschritt, dass die Regierung jetzt erwägt, die Zulassung an ein bestimmtes Gehaltsangebot anstatt an formale, also marktfremde Qualifikationsanforderungen zu binden. Der Blick nach Amerika kann auch hier hilfreich sein. Dort wird zur Zeit ein "Brain Act" - ein Gesetz für kluge Köpfe - diskutiert, wonach gegen eine Gebühr von 1000 Dollar eine Visa-Erleichterung für jene ausländischen Experten gewährt wird, die ein Stellenangebot von über 60 000 Dollar jährlich vorweisen. Die rot-grüne Koalition hat eine historische Chance gegen alle Populisten vom Schlage des Herrn Rüttgers: Nicht Migration, sondern fehlende Mobilität der Einheimischen und die Höhe ihrer Lohnansprüche verursachen Arbeitslosigkeit. Den Beweis dieser These wäre Clements Sieg in Nordrhein-Westfalen allemal wert.

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