Politik : Die Gespräche seit dem Regierungswechsel

September 1998: Die SPD gewinnt die Bundestagswahl und koaliert mit den Grünen. Die Arbeitgeber wollen sich neuen Gesprächen nicht verschließen. Doch: Die Rücknahme von Sozialkürzungen der alten Koalition würde die Chancen auf eine Einigung gefährden, warnen sie.

7. Dezember 1998: Regierung, Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertreter treffen sich zu einer erste Runde.

Januar 1999: Vor dem Hintergrund der harten Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie drohen Gewerkschaften und Arbeitgeber, die Gespräche für ein Bündnis platzen zu lassen.

25. Februar: Zweite Runde: Die Arbeitgeber machen eine Lehrstellenzusage für 1999 ohne konkrete Zahlen.

6. Juli 1999: DGB und Arbeitgeber legen ein gemeinsames Positionspapier vor. Darin sichern die Arbeitgeber zu, Überstunden abzubauen, Teilzeit sowie Altersteilzeit zu fördern und ihr Lehrstellenangebot auszuweiten. Die Gewerkschaften stellen Tarifreformen und eine längerfristig verläßliche Tarifpolitik in Aussicht: Produktivitätssteigerungen sollen vorrangig der Beschäftigungsförderung dienen.

Oktober 1999: Auf dem Gewerkschaftstag der IG Metall in Hamburg verteidigt Schröder seine Politik und bleibt bei der "Rente ab 60" vage: Wenn früher Ausstieg, dann dürfe das weder die Rentenkasse noch die Steuerzahler belasten.

12. Dezember 1999: Im Streit um die "Rente mit 60" und die Tarifrunde 2000 können sich die Bündnispartner trotz Drängens von Schröder nicht auf eine Linie verständigen. Dagegen werden Modellversuche für staatlich bezuschusste Niedriglöhne vereinbart.

22. Dezember 1999: Wegen unverändert starrer Fronten wird das für den 23. Dezember geplante Treffen abgesagt. Begründung: zusätzlicher Beratungsbedarf.

7. Januar 2000: Schröder legt ein Kompromisspapier vor, in dem die Bezeichnung "Rente mit 60" nicht mehr auftaucht. Es wird kurzfristig ein neues Treffen für den 9. Januar vereinbart.

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