Politik : Die Gewerkschaft will im kommenden Jahr den Tariffonds durchsetzen

Die IG Metall will bereits im kommenden Jahr einen Tariffonds zur Finanzierung der Rente mit 60 durchsetzen. Die Gewerkschaft sei entschlossen, in der Lohnrunde 2000 "ihre beschäftigungsorientierte Tarifpolitik fortzusetzen", sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters, am Dienstag in Hannover. Zwar würden die Tarifverträge, welche die Altersteilzeit betreffen, erst 2001 oder 2002 auslaufen. Man wolle aber schon 2000 älteren Arbeitnehmern einen Zugang zum einen vorgezogenen Ruhestand verschaffen.

Das eigentliche Ziel eines Tariffonds sei es, den Einstieg von jungen Leuten in die Berufstätigkeit zu fördern. Dabei gehe es nicht um eine Rente mit 60, sondern um eine Brücke zwischen den Generationen. Die IG Metall sei auch in der Lage, eine konfliktorientierte Tarifrunde zu gestalten, sagte Peters. "Wenn es auf der Verhandlungsebenen nicht geht, werden wir den nötigen Druck dazu machen." Er hoffe jedoch sehr, dass es dazu nicht kommen müsse.

Die Tariffonds bezeichnete Peters als "einen neuen Generationenvertrag". Die Arbeitnehmer wollten 0,5 Prozentpunkte der Lohnsteigerung des kommenden Jahres in die Fonds einbringen. Die Arbeitgeber, die ein Interesse an niedrigen Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung hätten, sollten ebenfalls dauerhaft Monat für Monat 0,5 Prozent des Bruttolohnes in den Fonds einzahlen.

Nach Angaben des IG-Metall-Vize strebt die Gewerkschaft für einen Tarifvertrag über eine Rente mit 60 eine Laufzeit von fünf Jahren an. In der Metallindustrie seien in diesen fünf Jahren etwa 370 000 Arbeitnehmer in der Altersgruppe, die in den Vorruhestand gehen könne. Man schätze, dass etwa 140 000 Arbeitnehmer die Regelung dann tatsächlich in Anspruch nehmen würden.

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