Politik : Die Grünen: Geht in Ordnung

Es waren die Kindertage der Grünen: Im April 1984 wählte die erste Bundestagsfraktion einen Fraktionsvorstand, der nur aus Frauen bestand, das so genannte "Feminat": Die Fraktion führten damals Annemarie Borgmann, Waltraud Schoppe und die heutige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer als Sprecherinnen, Christa Nickels als parlamentarische Geschäftsführerin. Haben die Feministinnen von damals keine Probleme damit, dass die Grünen im Bundestagswahlkampf einen Mann zum Spitzenkandidaten küren? Christa Nickels zögert etwas, als sie vom Tagesspiegel befragt wird: "Ich hätte mir eine Doppelspitze mit Joschka Fischer und Renate Künast gewünscht." Aber dann meint sie doch, dass die Entscheidung des Parteirates "in so einer polarisierten Situation in Ordnung" sei. Ein Präjudiz, dass Frauen bei den Grünen künftig geschwächt werden, sieht die Abgeordnete nicht: Künast eile doch auch so ein "Ruf wie Donnerhall" voraus, und die Nominierung von Fischer werde nichts daran ändern, dass viele Frauen eine wichtige Rolle in der Partei spielen - und auch weiter "Druck entfalten" würden. m.m.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben