Politik : Die Grünen: Große Schwester, großer Bruder

m.m.

Die Vorsitzende der Grünen, Claudia Roth, hat SPD-Fraktionschef Peter Struck vorgeworfen, in der Regierungskoalition "völlig unnötige und überhaupt nicht angesagte Konflikte" loszutreten. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel am Sonntag forderte sie die Sozialdemokraten auf, sich "nach der Inthronisierung von Edmund Stoiber sehr offensiv mit dessen ganz anderem Konzept einer rechtskonservativen und rückwärtsgewandten Politik" auseinanderzusetzen. Dies sei die gemeinsame Aufgabe von Rot-Grün.

Roth reagierte damit auf Kritik von Struck an den Grünen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende hatte dem kleinen Koalitionspartner in der "Süddeutschen Zeitung" vorgeworfen, sie hätten zuletzt ein "seltenes Talent" gezeigt, "rot-grüne Projekte mies zu machen". Er verstehe, dass die Grünen "wieder mehr auf eigene Rechnung" arbeiten würden, "weil sie sich schon Sorgen machen müssen". Es sei aber nicht Aufgabe der SPD, "dafür zu sorgen, dass die Grünen besser dastehen. Das müssen sie selbst tun und nicht auf unsere Kosten. Das läuft so nicht."

Roth meinte dagegen, es sei notwendig, auch in der Koalition "heftig und offensiv", wie zuletzt in der Debatte um die Arbeitsmarktpolitik, über Konzepte zu diskutieren. "Das zeichnet lebendige Politik aus." Die Parteichefin meinte weiter, sie kämpfe für das rot-grüne Modell.

An die Adresse von Struck sagte Roth: "Die Leute wollen keine Koalition, in der einer untergebuttert wird. Ich bin die große Schwester und kann es nicht leiden, wenn jemand den großen Bruder raushängen lässt."

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