Die Grünen : Ratzmann ermutigt Özdemir nach der Niederlage

Nach der Abstimmungsniederlage ist die Position von Cem Özdemir innerhalb der Grünen geschwächt. Am Montag will der Europapolitiker entscheiden, ob er für den Parteivorsitz kandidieren wird. Führende Grünen-Politiker stärkten Özdemir den Rücken.

Özdemir
Was nun? Cem Özdemir will sich entscheiden, ob er eine führende Rolle in der Partei spielen will. -Foto: dpa

Berlin Cem Özdemir wird sich voraussichtlich an diesem Montag entscheiden, ob er nach der Niederlage bei der Bewerbung um ein Bundestagsmandat an seiner Kandidatur für die Parteispitze festhält. Es sei offen, ob Özdemir antrete, hieß es am Sonntagabend. Der Europaabgeordnete Özdemir war am Samstag unerwartet bei der Aufstellung der baden-württembergischen Grünen-Landesliste gescheitert. Zweimal unterlag er bei der Kandidatur für einen aussichtsreichen Listenplatz einem Mitbewerber. Damit wird er 2009 nicht in den Bundestag einziehen.

Führende Grünen-Politiker ermutigten Özdemir, dennoch beim Bundesparteitag Mitte November in Erfurt als Nachfolger für den Bundesvorsitzenden Reinhard Bütikofer zu kandidieren. Der Parteitag habe Özdemir "einmütig aufgefordert, weiter an seiner Kandidatur für den Bundesvorsitz festzuhalten", sagte Ratzmann. Er hoffe sehr, dass Özdemir das tun werde, "weil wir ihn in dieser Situation brauchen", sagte Ratzmann.

Ratzmann wird nicht kandidieren

Er selbst werde garantiert nicht erneut für das Amt des Bundesvorsitzenden kandidieren, fügte er hinzu. An seiner Situation habe sich nichts geändert. "Ich freue mich, dass ich im März Vater werde und werde deshalb auch nicht antreten und dabei bleiben, was ich gesagt habe", betonte Ratzmann.

Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, forderte Özdemir genauso wie ihr Amtskollege Fritz Kuhn auf, trotz der Niederlage an seiner Kandidatur für die Parteispitze festzuhalten. "Ich wünsche mir, dass Cem Özdemir noch eine Nacht drüber schläft und am Ende zu dem Ergebnis kommt, dass er die Partei führen möchte", sagte sie. Sie glaube nicht, dass Özdemir durch die Niederlage als Parteivorsitzender geschwächt wäre. Er könne zeigen, dass man sich von Frustrationen auch erholen könne.

Doppelte Niederlage

Der 42 Jahre alte Özdemir war am Samstag zunächst gegen den Parteilinken Winfried Hermann um Platz sechs auf der Landesliste angetreten, bekam aber nur 46 Prozent der Delegiertenstimmen. Im Rennen um Listenplatz acht gegen den Bundestagsabgeordneten Alexander Bonde kam Özdemir dann sogar nur auf 41,3 Prozent der Stimmen. Özdemir selbst wollte sich auch am Sonntag nicht zu seiner politischen Zukunft äußern. (ae/dpa)

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