Politik : Die indische Regierung rechtfertigt den Abschuss der pakistanischen Maschine

Der Abschuss eines pakistanischen Aufklärungsflugzeuges hat am Dienstag zu neuen Spannungen zwischen den Atommächten Indien und Pakistan geführt. Die indische Regierung erklärte in Neu-Delhi, der pakistanische Seeaufklärer sei im westlichen Grenzgebiet abgeschossen worden. Auf Warnhinweise habe die Maschine feindlich reagiert. Nach pakistanischen Angaben starben alle 16 Insassen des Aufklärers. Pakistans Außenminister Sartaj Aziz erklärte, die unbewaffnete Maschine sei auf einem Übungsflug über pakistanischen Gebiet abgeschossen worden. Pakistan behalte sich eine angemessene Antwort vor.

Indien erklärte, die pakistanische Maschine sei am Dienstag um 11 Uhr 15 (Ortszeit) zehn Kilometer tief in den indischen Luftraum eingedrungen. Der Aufklärer sei vom indischen Bodenradar erfasst worden, und zwei Kampfflugzeuge hätten die Maschine vergeblich zur Landung aufgefordert. Als die pakistanische Maschine in feindlicher Absicht auf die Kampfflugzeuge zugesteuert sei, habe einer der indischen Piloten den Aufklärer mit Raketen abgeschossen. Das Wrack sei von indischen Hubschraubern wenig später zwei Kilometer südlich der Grenze zu Pakistan in einem Sumpfgebiet in der Küstenregion Gujarat am Arabischen Meer entdeckt worden.

Pakistans Außenminister Aziz nannte den Abschuss auf einer Pressekonferenz in Islamabad einen "mutwilligen und feigen Akt". Die indische Darstellung wies er zurück. Das Wrack der zerschellten Maschine sei nicht auf indischem, sondern auf pakistanischem Gebiet gefunden worden.

Pakistan verwies am Dienstag einen Mitarbeiter der indischen Botschaft des Landes. Das Außenministerium in Islamabad begründete dies damit, dass der Beamte Spionage betrieben habe.

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