Politik : Die IRA kämpft gegen Londons Herrschaft

Die Untergrundorganisation Irisch Republikanische Armee (IRA) spielt seit über 80 Jahren im Kampf der Iren gegen die einstige britische Fremdherrschaft eine zentrale Rolle.

Hamburg (28.07.2005, 16:38 Uhr) - Das Ziel der 1919 gegründeten Organisation war zunächst die Unabhängigkeit Irlands von London. Nach der Gründung des irischen Freistaates 1921 rieb sie sich im Streit mit der Regierung in Dublin fast völlig auf.

Auch nachdem 1949 die Republik Irland ausgerufen worden war, kämpfte sie zunächst nicht mit Waffengewalt gegen die britische Herrschaft in dem vorwiegend protestantischen Nordirland, den auch als Ulster bekannten nördlichsten Grafschaften auf der irischen Insel.

Erst mit Beginn der Unruhen zwischen irisch-katholischen Demonstranten und dem vorwiegend protestantischen Establishment in Nordirland trat die IRA wieder auf und versuchte ab 1970 zunehmend mit terroristischer Gewalt, die Einigung Irlands durchzusetzen.

Die IRA galt als eine der am besten ausgestatteten Terrororganisationen der Welt. Ende der 60er Jahre begann sie, Sprengstoff zu horten. Außerdem entwickelten IRA-Ingenieure Raketenwerfer, mit denen sie einmal einen Sprengkörper bis in die Downing Street vor die Eingangstür des Premierministers feuerten.

In den Arsenalen der IRA lagerten bisher nach Schätzungen bis zu 1000 Gewehre, 40 Maschinengewehre und Hunderte Maschinenpistolen aus einer Lieferung des libyschen Revolutionsführers Muammar el Gaddafi sowie Flammenwerfer, Zündkapseln und eine Million Schuss Munition. Etwa drei Viertel der Bestände sollen im Süden der Insel, in der Republik Irland, versteckt sein. (tso)

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