Politik : Die Iranische Justiz wirft dem Kaufmann jetzt Spionage vor

Hoffnungen auf eine baldige Freilassung des Deutschen Helmut Hofer aus der Haft in Iran haben sich am Donnerstag zerschlagen. Jetzt soll wegen Spionage gegen ihn ermittelt werden.

"Gegen Hofer liegen mehrere Klagen vor, unter anderem wegen Kontakten zu verdächtigen Elementen", heißt es in einer Erklärung der Teheraner Justizbehörde. "Kontakte zu verdächtigen Elementen" ist die übliche Umschreibung für Spionagetätigkeiten. Die neuen Anklagen hätten nichts mit der ursprünglichen Anschuldigung zu tun. Der Hamburger Geschäftsmann müsse nun weiter im Gefängnis bleiben, bis alle Anschuldigungen gerichtlich geklärt seien.

Am Mittwoch hatte es so ausgesehen, als werde der 58-Jährige in Kürze frei kommen, nachdem das Teheraner Kammergericht die Anklage der verbotenen sexuellen Beziehungen zu einer Moslemin überraschend fallen gelassen hatte und nur noch die Anschuldigung "illegaler Kontakte" zu der Frau übrig geblieben war. Hofers Anwälte waren zuversichtlich, dass ihr Mandant binnen 48 Stunden würde das Gefängnis verlassen können. Am Donnerstag wiesen Hofers Anwälte die Spionageanschuldigung vehement zurück. In April war Hofer gegen eine Kaution von 300 000 DM zwischenzeitlich freigekommen, wurde aber im Juni erneut inhaftiert.

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