DIE KANDIDATEN : Für Reformen – und dagegen

Um die Stimmen der zehn Millionen Wähler, von denen viele kurz vor der Abstimmung noch unentschlossen waren, bewarben sich insgesamt 32 Parteien. Die wichtigsten Kandidaten:

Antonis Samaras (Neue Demokratie): Der 61-jährige Ökonom dürfte der große Gewinner der Parlamentswahl werden. Aber seine konservativ-bürgerliche Partei wird wohl nicht die absolute Mehrheit erreichen. Samaras hat sich zwar zu den Reformzusagen bekannt, die die internationalen Kreditgeber für die zwei Rettungspakete eingefordert hatten. Er kündigte für den Fall eines Wahlsiegs jedoch auch Steuererleichterungen und Rentenerhöhungen an.



Evangelos Venizelos
(Pasok): Der 55-jährige Professor für Verfassungsrecht steuerte Griechenland als Finanzminister durch die Schuldenkrise. Er war für das zweite Rettungspaket und den Schuldenschnitt verantwortlich. Der Sozialist will zwar auch an den Bedingungen der Rettungspakete festhalten, hat sich aber gegen weitere Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst ausgesprochen.

Alexis Tsipras (Linke Koalition): Mit 38 Jahren ist Tsipras der jüngste Parteichef Griechenlands. Der Ingenieur will die Rettungspakete aufkündigen, einen Großteil der Schulden abschreiben, die Banken verstaatlichen und die Renten und Gehälter erhöhen.

Panos Kammenos (Unabhängige Griechen): Gemeinsam mit anderen Dissidenten der Neuen Demokratie gründete der 47-jährige Ökonom die nationalistische Partei Unabhängige Griechen. Seine Reden würzt Kammenos mit rechtspopulistischer Rhetorik.

Aleka Papariga (Kommunistische Partei Griechenlands): Die 67-Jährige hat bereits vor der Wahl die Zusammenarbeit mit allen anderen Parteien des Landes ausgeschlossen. Papariga will aus der EU und der Euro-Zone aussteigen.

Fotis Kouvelis (Demokratische Linke): Der Anwalt führt die gemäßigste der drei linksgerichteten Parteien und könnte eine Koalition mit der Neuen Demokratie und der Pasok eingehen.

Nikolaos Michaloliakos (Goldene Morgendämmerung): Die rechtsextreme Partei des 55-Jährigen macht mit fremdenfeindlichen Parolen Wahlkampf. Das Parteisymbol erinnert an ein Hakenkreuz.

Dora Bakoyannis (Demokratische Allianz): Bakoyannis gehörte einst zum Führungszirkel der Neuen Demokratie, der ihr Vater von 1984 bis 1993 vorstand. Nachdem sie 2009 bei der Wahl um den Parteivorsitz scheiterte, gründete sie mit einigen Abgeordneten die Demokratische Allianz. Die heute 58-Jährige war die erste Außenministerin Griechenlands und Bürgermeisterin von Athen. dapd

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