Politik : Die Kirchen aus Protest geschlossen - Jordanien weist Hamas-Männer aus

Aus Protest gegen den Bau einer Moschee nahe der Verkündigungsbasilika in Nazareth haben die Christen in Israel am Montag alle Kirchen geschlossen gehalten. Die Maßnahme, die auch am Dienstag gelten soll, erstreckt sich sowohl auf die heiligen Stätten in Israel als auch in den palästinensischen Gebieten. Den Pilgern blieb der Zugang zur Grabeskirche in Jerusalem, der Geburtskirche in Bethlehem und der Verkündigungsbasilika in Nazareth verwehrt.

Der Protest der christlichen Patriarchen richtet sich gegen die Grundsteinlegung für eine Moschee an einem Ort, der zunächst als Park- und Empfangsplatz für christliche Pilger zum Jahr 2000 vorgesehen war. Islamisten hatten den Platz vor zwei Jahren besetzt und eine provisorische Zeltmoschee errichtet. Die Grundsteinlegung ist für den heutigen Dienstag vorgesehen. Die israelische Regierung bedauerte die Schließung.

Die fundamentalistische Organisation Hamas hat unterdessen gegen die Ausweisung von vier Mitgliedern protestiert, die der jordanische König Abdullah II. angeordnet hat. Der König begnadigte 25 Hamas-Aktivisten, die wegen illegaler politischer Betätigung inhaftiert worden waren, und schickte vier Anführer der Gruppe ins Exil in den Golfstaat Katar. Die jordanische Regierung erklärte, die Männer hätten das Land freiwillig verlassen.

Ein palästinensischer Minister hat den vier nach Katar ausgeflogenen Hamas-Männern ein Bleiberecht in den Autonomiegebieten angeboten. Der Minister für Telekommunikation, Imad Faludschi, sagte in Gaza-Stadt, die Hamas-Bewegung solle ihr Politbüro "nach Palästina" verlegen.

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