Politik : Die kosovo-albanische Miliz will sich in ein ziviles Hilfs-Korps umorganisieren

Die kosovo-albanische UCK-Miliz und die KFOR-Friedenstruppe haben sich nach harten Verhandlungen auf die Bildung eines "Kosovo-Schutzkorps" geeinigt. UCK-Generalstabschef Ceku und der politische Führer der Miliz, Thaci, stimmten der Selbstauflösung der UCK sowie der Schaffung des Korps am späten Montagabend zu, teilte die KFOR in Pristina mit. Ceku sei daraufhin vom Leiter der UN-Mission im Kosovo (Unmik), Kouchner, zum vorläufigen Chef des Korps ernannt worden.

Seit Sonntag hatten KFOR und UCK-Vertreter hart verhandelt. Die Frist zur Umwandlung der UCK war am Sonntag um Mitternacht abgelaufen und um 48 Stunden verlängert worden. In die Verhandlungen im Hauptquartier der KFOR in der Kosovo-Hauptstadt hatte sich überraschend auch der Nato-Oberkommandierende in Europa, US-General Clark, eingeschaltet.

Nach Angaben der KFOR sollen dem Korps etwa 200 Bewaffnete angehören. Der Forderung der UCK nach mehr Waffen wurde somit nicht entsprochen. Dafür wurde der ursprüngliche Name "Kosovo-Korps" aufgegeben. Aus der KFOR verlautete, die westlichen Außenministerien hätten den Änderungen zugestimmt.

Die UCK sagte zu, dass es von diesem Dienstag um Mitternacht an keine uniformierten Kämpfer mehr geben werde. Sie bestätigte in einer Erklärung zugleich ihre Entmilitarisierung. KFOR-Kommandeur General Mike Jackson habe die Erklärung angenommen und der UCK die volle Erfüllung ihrer Entmilitarisierungsverpflichtungen bestätigt, hieß es in der KFOR-Mitteilung.

Die Friedenstruppe will eine zivile Hilfsorganisation aufbauen, die Nachfolgerin der UCK sein soll. Das Korps soll 3000 feste Mitarbeiter und 2000 Reservisten haben und bei Katastrophen und für den Wiederaufbau eingesetzt werden.

Dagegen strebte die selbst ernannte Regierung unter "Premierminister" Thaci eine Einheit mit stärkeren militärischen Strukturen an, die als Grundlage für die Bildung einer eigenen Kosovo-Armee geeignet wäre. Die Detailplanungen zu dem neuen "Kosovo-Schutzkorps" wurden am Montagabend jedoch noch nicht veröffentlicht. Ein KFOR-Sprecher hatte am Mittag die Abgabe von mehr als 10 000 Waffen bis zum Stichtag gewürdigt. Die Entwaffnung sei damit vollendet.

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