Politik : Die Kriminalität unter Jugendlichen und Kindern wächst

BONN .Zum zweiten Mal in Folge ist in Deutschland die Zahl der Straftaten gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.Das geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 1997 hervor, die Bundesinnenminister Kanther (CDU) am Freitag vorstellte.Gleichzeitig weist die Statistik einen Anstieg der Kinder- und Jugendkriminalität aus.Bei der Hälfte der Taten handelte es sich um Diebstähle.Die Zahl der registrierten Straftaten sank insgesamt im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent, in den neuen Ländern waren es 4,5 Prozent weniger.Die Organisierte Kriminalität breitet sich unterdessen immer stärker in Deutschland aus.

Der Statistik zufolge sind 1997 insgesamt 6,6 Millionen Straftaten begangen worden.Die Hälfte von ihnen wurde aufgeklärt.Das entspricht einem Anstieg der Aufklärungsquote um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.Dies ist die höchste Aufklärungsquote seit 1969.Besorgniserregend nannte Kanther den Anstieg der Kinder- und Jugendkriminalität und bei den Gewaltverbrechen.Die Zahl der tatverdächtigen Kinderstraftaten nahm um 10,1 Prozent zu.Insgesamt 144 000 Taten wurden registriert.Bei der Hälfte handelt es sich um Diebstähle.Der Minister bezeichnete den Diebstahl als "Einstiegsdelikt" und richtete einen Appell an Elternhaus und Schule, besonderes Augenmerk auf die Erziehung zur Rechtstreue zu legen.Grund zur Klage gebe auch die Zunahme bei den Drogendelikten sowie bei Körperverletzung.

Bei der Kriminalität der Ausländer unterschied Kanther zwischen denen, die seit Jahrzehnten in Deutschland lebten und den abgelehnten, aber in Deutschland geduldeten Asylbewerbern und Flüchtlingen.Bei den integrierten Ausländern gebe es kaum Abweichungen von der durchschnittlichen Verbrechensrate.Signifikant höher sei die Verbrechensrate aber bei den erst seit kurzem in Deutschland lebenden Ausländern: Sie stieg um 7,4 Prozent.24,4 Prozent der von Ausländern verübten Straftaten gehen auf diese Gruppe zurück.Dem Bericht zufolge begehen Ausländer 60 Prozent der Verbrechen der Organisierten Kriminalität.Das ist doppelt so hoch wie der Ausländeranteil an der allgemeinen Kriminalität.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Otto Schily, forderte die Einrichtung eines sogenannten Sicherheitsberichts.Zur rein "quantitativen" Analyse komme dann eine "qualitative" Einordnung.Für die Kinderkriminalität machte Schily soziale Not und aggressive Werbung verantwortlich.Unter diesen Bedingungen sei es "kein Wunder, daß Kinder stehlen".

GroKo, Jamaika oder Minderheitsregierung? Erfahren Sie, wie es weitergeht - jetzt gratis Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben