Die Krise in der Ukraine : Immer mehr Menschen flüchten aus der Ostukraine

Experten aus den Niederlanden und Malaysia versuchen, sich an der Absturzstelle von Flug MH17 ein Bild zu machen. Im Osten der Ukraine wird die Lage für die Zivilbevölkerung immer schwieriger.

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Spurenlesen. Niederländische und malaysische Fachleute sind weiterhin dabei, nach den Ursachen für den Absturz der Passagiermaschine MH17 zu suchen.
Spurenlesen. Niederländische und malaysische Fachleute sind weiterhin dabei, nach den Ursachen für den Absturz der...Foto: AFP

Vertreter der Niederlande und Malaysias untersuchen derzeit zusammen mit ukrainischen Fachleuten, die Absturzstelle des Passagierflugzeugs der Malaysia Airlines. Satelliten-Bilder sollen Aufschluss über die genaue Lage der Wrack- und Leichenteile geben. Australien hat rund 100 Polizisten einer Sondereinheit in den Donbass geschickt, damit die Untersuchungen ohne Störungen der Separatisten verlaufen können.

Die Spezialisten haben ein großes Wrackteil sowie weitere Leichen gefunden, zudem sollen die Flugzeugteile Hinweise darauf geben, ob die Maschine von Flug MH17 durch eine Rakete abgeschossen worden ist. Die USA werfen Russland vor, die schweren Waffen in die Ost-Ukraine geliefert zu haben und das immer noch zu tun.

Menschenrechtsorganisation macht Ukraines Regierung Vorwürfe

Andere schwere Vorwürfe, erhebt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Sie wirft der politischen Führung in Kiew vor, beim Einsatz von Raketen 16 Zivilisten getötet zu haben. Die Vorfälle hätten sich Mitte Juli in der Stadt Donezk ereignet. Bei den verwendeten Raketen, soll es sich um Grad-Geschosse gehandelt haben.

Anti-Terror-Einsatz geht weiter

Trotz der Regierungskrise in Kiew, geht die Anti-Terror-Operation in Lugansk und Donezk weiter. Nach einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums, sind seit Beginn der Auseinandersetzungen 325 Soldaten getötet worden, 1232 wurden so schwer verletzt, dass sie zur Behandlung in ein Krankenhaus mussten. In den vergangenen Tagen sind in Donezk 14 Manschen ums Leben gekommen. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Andrej Lysenko, erklärte, die Separatisten in der Stadt Gorliwka würden 14- und 65-Jährige zwingen, sich den pro-russischen Rebellen anzuschließen. Überprüfen lassen sich solche Informationen nicht, die Stadt Gorliwka wird seit Wochen umkämpft, die Strom- und Wasserversorgung soll seit Tagen nicht mehr funktionieren.

Massenflucht aus der Ostukraine

Die Internetseite des Magazins Korrespondent, hat heute diese Bilder veröffentlicht. Unter dem Titel: „Fotos aus der Frontstadt“, zeigen sie eine komplett zerstörte Wohnung. Viele Menschen haben die Großstadt Donezk mittlerweile verlassen, diejenigen, die geblieben sind, verbringen die Tage und Nächte in Kellerräumen oder Luftschutzbunker.

Aus der Stadt Altschewsk in der Region Lugansk, wird eine Massenflucht gemeldet. In den vergangenen Tagen kamen immer mehr Menschen zum Bahnhof, um die Stadt zu verlassen. Am Bahnhof sollen ganze Familien auf die Abreise warten, die Züge sind überfüllt und fahren nur unregelmäßig. Das lokale Internetportal informator.lg.ua berichtet von schlimmen Zuständen, die medizinische Versorgung sei fast vollständig zum Erliegen gekommen, weil auch Ärzte und Pflegepersonal flüchten würde. Der Bürgermeister der Industriestadt hat darum gebeten, nur „in wirklich schlimmen Fällen das Krankenhaus aufzusuchen“.

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