Die Linke : Gallert fordert mehr Präsenz von Bisky und Gysi

Zank in der Linken? Der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert, hat seine Parteifreunde Gregor Gysi und Lothar Bisky dazu aufgerufen, die Außendarstellung der Partei nicht allein dem neuen Vorsitzenden Oskar Lafontaine zu überlassen.

BerlinGallert sagte dem "Tagesspiegel": "Lafontaine ist Mitglied dieser Partei, er ist es an herausragender Stelle. Aber er darf eben nicht allein sein." Gysi als Vorsitzender der Bundestagsfraktion und Bisky als Ko-Parteichef seien "zu leise", kämen "zu wenig vor". "Um mit den Worten des DDR-Kinderbuchautors Ottokar Domma zu sprechen: Hier geht es um ihre Rolle als Pioniere, nicht als Menschen."

Gallert, einer der führenden Pragmatiker in der Partei, kritisierte auch die von Lafontaines Frau Christa Müller - familienpolitische Sprecherin der Linkspartei im Saarland - vertretenen Positionen: "Sie vertritt ein konservatives Familienbild, das im Westen womöglich noch vorhanden ist. Werte, die wir im Osten seit 1990 erkämpft haben, werden aufs Spiel gesetzt, um im Westen auf Stimmenfang zu gehen. Das ist nicht zu akzeptieren." Es gehe jetzt nicht um die Distanzierung Lafontaines von seiner Frau, "es geht um die Positionierung der Partei insgesamt." (Tsp)

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