Die Linke : Lafontaine lobt Kubas Entwicklung

Oskar Lafontaine wünscht Genosse Fidel Castro gute Besserung und würdigt die Entwicklung Kubas. Die Opposition kritisierte den Linken-Chef, weil er Menschenrechtsverstöße verschwiegen habe.

HavannaOskar Lafontaine, Vorsitzender der Links-Partei, hat dem erkrankten kubanischen Staatschef Fidel Castro in Havanna Besserungswünsche übermittelt und die politische Entwicklung des sozialistischen Staates als stabil gelobt. Er wünsche Castro eine baldige Genesung, sagte er in Kubas Hauptstadt. Zuvor war er in einem Gespräch mit dem kubanischen Außenminister Felipe Pérez Roque über Castros Gesundheitszustand informiert worden. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass es in Kuba eine stabile politische Entwicklung gebe, sagte Lafontaine zum Abschluss seines Kuba-Besuchs. Castro hatte Ende Juli vergangenen Jahres die Amtsgeschäfte an seinen Bruder Raúl übergegeben.

Lafontaines Kuba-Besuch stieß beim menschenrechtspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Florian Toncar, auf heftige Kritik. "Dass Oskar Lafontaine bei seinem Kuba-Besuch diese Woche zur dortigen Menschenrechtssituation weitgehend geschwiegen hat, ist skandalös", erklärte er. Schließlich sei Kuba "eine Diktatur, die gegen Andersdenkende unglaublich brutal vorgeht". Auch CDU-Generalsekretär Roland Pofalla zeigte sich empört. Er nannte Lafontaines Verhalten "schamlos und menschenfeindlich". Lafontaine habe "elementare demokratische Prinzipien sträflich verletzt" und sich als Repräsentant der "Ewiggestrigen" erwiesen, urteilte Pofalla.

Lafontaine betonte, die Menschenrechtslage in Kuba habe er bei seinen Gesprächen deutlich angesprochen. Er war am Dienstag zu einem dreitägigen Arbeitsbesuch in Kuba eingetroffen. Begeleitet wurde er vom stellvertretenden Linksfraktionsvorsitzenden Klaus Ernst und der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion, Nele Hirsch. (mit AFP)

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