Politik : Die Mehrheit der Bevölkerung steht unter staatlichem Schutz

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kommt für die Krankheitskosten auf, die ihren Mitgliedern und deren mitversicherten Familienangehörigen in Deutschland, teilweise auch im Ausland, entstehen. Leistungsschwerpunkte bilden die ärztliche und zahnärztliche Behandlung, die Arzneimittelversorgung und Krankenhauspflege. Erbracht werden auch Leistungen zur Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation sowie bei Mutterschaft und bei Tod.

Träger der gesetzlichen Krankenversicherung sind rund 1000 Krankenkassen. Seit 1991 gilt das gegliederte System der Krankenversicherung mit Orts-, Betriebs-, landwirtschaftlichen Kassen und Ersatzkassen sowie der Knappschaft in ganz Deutschland. Die Beiträge werden je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer entrichtet. Fast 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland stehen unter staatlichem, zehn Prozent unter privatem Versicherungsschutz.

Für die gesetzlichen Krankenkassen gilt im Vergleich zu den anderen Zweigen der Sozialversicherung eine Besonderheit: Wer 1999 monatlich mehr als 6375 Mark (5400 Mark im Osten) verdient, unterliegt als Angestellter oder Arbeiter nicht mehr der Versicherungspflicht. Oberhalb dieser so genannten Versicherungspflichtgrenze kann man sich entweder privat krankenversichern oder freiwillig bei den Gesetzlichen.

Studenten können sich gesetzlich oder privat absichern. Beamte als Beihilfeberechtigte dürfen sich ebenso wie Selbstständige nur in der privaten Krankenversicherung (PKV) versichern. Für Landwirte besteht gesetzlicher Versicherungszwang, es sei denn, es wird ein Betrieb mit mehr als 60 000 Mark Wirtschaftswert übernommen. Ebenso pflichtversichert sind freischaffende Künstler, Journalisten und Publizisten in der Künstlersozialkasse (KSK).

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