Politik : "Die Menschenwürde hängt nicht vom Fingerabdruck ab"

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Zum Thema Online Spezial: Innere Sicherheit Mit dem Bekenntnis, die weitere "Ertüchtigung" der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terrorismus durchsetzen zu wollen, hat Innenminister Otto Schily (SPD) die Herbsttagung des Bundeskriminalamtes eröffnet. "Wir werden uns von emotionalen Sperren befreien müssen", sagte er. Schily sagte, er könne die Debatte um Fingerabdrücke in Reisedokumenten "in gewissem Sinne nachvollziehen". Doch vermöge er nicht einzusehen, "dass die Würde des Menschen von seinem Fingerabdruck abhängt".

In seiner Argumentation deutete Schily an, wie stark die Sicherheitsbehörden von den Terrorangriffen auf die Vereinigten Staaten überrascht worden sind. Auch mit der Festnahme einer Gruppe islamistischer Terroristen Ende 2000 in Frankfurt am Main seien die Strukturen nicht in vollem Ausmaß erkannt worden. Schily betonte mehrmals die "Zentralstellenkompetenz" des Bundeskriminalamts. Auch wenn es Schily vermied, eine Zukunft nach dem Modell der amerikanischen Bundespolizei FBI zu skizzieren, wies er doch jede Kritik aus den Polizeien der Länder an einer Stärkung des BKA kategorisch zurück.

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