Die nächste First Lady der USA : Melania Trump will gegen Rufmorde im Internet kämpfen

"Ich komme mit allem zurecht", sagte die zukünftige First Lady zuletzt. Viele Amerikaner glauben das nicht und fragen sich, was Melania Trump überhaupt machen will.

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Die neue First Lady: Melania Trump.
Die neue First Lady: Melania Trump.Foto: dpa

Auftritte im Scheinwerferlicht ist Melania Trump als ehemaliges Fotomodell gewohnt, doch was im Weißen Haus an öffentlichem Interesse, Kritik und Fragen auf sie zukommt, ist eine neue Dimension für sie. Noch bevor sie als neue First Lady der USA feststand, kramten die Medien Nackfotos des Ex-Models aus Slowenien hervor, berichteten über ihre angeblich illegale Einreise nach Amerika und machten sich darüber lustig, dass sie sich bei ihrer Parteitagsrede der Republikaner im Sommer großzügig aus einer Ansprache von Michelle Obama bediente. Aber Melania Trump will sich im politischen Blitzlichtgewitter behaupten. „Bedauert mich nicht“, sagte die 46-jährige dem Sender CNN. „Ich komme mit allem zurecht.“

Als Präsidenten-Gattin will sich Trump vor allem um die Bekämpfung des um sich greifenden Cyber-Bullying kümmern, den erbarmungslosen Rufmorden und Hetzjagden im Internet, unter denen vor allem junge Leute leiden und die etliche Teenager in den Selbstmord getrieben haben. Vielleicht könnte sie da gleich bei ihrem Mann anfangen, der im Wahlkampf etliche Male mit wüsten Beschimpfungen politischer Gegner per Twitter von sich reden machte. Auf die Frage, welche Eigenschaft sich Donald Trump nach ihrer Meinung schleunigst abgewöhnen sollte, antwortete sie bei CNN: “das Tweeten.“

Welche öffentliche Rolle wird Melania Trump spielen?

Die aus dem slowenischen Novo Mesto stammende Melania lernte ihren Mann Ender der 1990er Jahre in New York kennen. Zu ihrer Hochzeit mit dem Milliardär empfing sie im Jahr 2005 unter anderem Bill und Hillary Clinton. Ein Jahr später erhielt sie ihren amerikanischen Pass und brachte sie ihren Sohn Barron zur Welt, mit dem sie in der Nacht zum Mittwoch bei der Siegesrede des designierten Präsidenten teilnahm.

Nun lautet die große Frage, welche öffentliche Rolle Melania spielen und ob sie auf die Politik ihres Mannes Einfluss nehmen wird. In dem CNN-Interview sagte sie, dass sie Donald Trump stets ihre Meinung sage und auch nicht immer mit ihm übereinstimme. Die erste amerikanische First Lady, die in einem sozialistischen Land – dem damaligen Jugoslawien – geboren wurde und die fünf Sprachen spricht, kämpft schon jetzt gegen das Image der grauen Maus hinter ihrem mächtigen Mann: „Ich bin mein eigener Mensch.“

Bei den Amerikanern hat sie noch ein gutes Stück an Überzeugungsarbeit vor sich, und das liegt nicht nur daran, dass viele Bürger die charismatische Michelle Obama vermissen werden. Laut einer Umfrage ist Frau Trump bei den Amerikanern recht unbeliebt – ihre Negativ-Werte reichen an die von Hillary Clinton als Präsidentengattin heran. Auf große Unterstützung von US-Feministinnen, die zu den stärksten Unterstützerinnen von Hillary Clinton gehörten, kann Melania Trump nicht hoffen. Als das Boulevard-Blatt „New York Post“ im Juli einige aus den 1990er Jahre stammende Nacktfotos des Ex-Models abdruckte, beklagten Trump-nahe Medien das Schweigen der amerikanischen Frauenrechtsbewegung.

Möglicherweise rächt sich Frau Trump auf ihre Weise. Am Wahlabend erschien sie in einem eleganten weißen Designer-Hosenanzug für 4000 Dollar – was vielfach als Anspielung auf die etwas robuster geschnittenen Anzüge der mehr als 20 Jahre älteren Hillary Clinton verstanden wurde. Auf Twitter wird außerdem heftig darüber spekuliert, dass die First Lady das altehrwürdige Weiße Haus mit vergoldetem Kitsch ausstaffieren könnte, für den die Wohnung ihres Mannes im Trump Tower von New York berühmt-berüchtigt ist.

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Donald Trump - ein Populist im Weißen Haus
Donald Trump - ein Populist im Weißen Haus

 

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