Politik : Die NPD lobt Lafontaine

Matthias Meisner

Berlin - Der PDS-Politiker Gregor Gysi hat Oskar Lafontaine bei seiner Warnung vor der Bedrohung durch „Fremdarbeiter“ in der Sache nicht widersprochen, aber dessen Wortwahl kritisiert. Gysi, der zusammen mit Lafontaine Spitzenkandidat des Linksbündnisses zur Bundestagswahl werden will, sagte dem Tagesspiegel, mit der Formulierung gebe Lafontaine den falschen Kurs vor, „darüber werden wir reden“. Richtig sei, „dass wir in ganz Europa Lohndumping verhindern müssen, aus sozialen Gründen und zur Verhinderung von Fremdenfeindlichkeit“.

Lafontaine hatte am Dienstag bei einer Kundgebung in Chemnitz gesagt: „Der Staat ist verpflichtet zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter ihnen zu Billiglöhnen die Arbeitsplätze wegnehmen.“ Das Wort Fremdarbeiter benutzten in diesem Kontext bisher nur Rechtsradikale. NPD-Parteisprecher Klaus Beier lobte, Lafontaine „bringt die Sache auf den Punkt“.

Gysi will, dass sich das Linksbündnis auch an Protestwähler richtet, die bei früheren Wahlen für Rechtsextremisten gestimmt haben. Alle Parteien müssten sich um Wähler kümmern, „die sich täuschen lassen und von den Rechten eine soziale Alternative erhoffen“. Er gebe „keinen Jugendlichen auf, der braune Brause im Kopf hat“. Emnid-Geschäftsführer Klaus- Peter Schöppner glaubt, das Linksbündnis könne „ein Konvolut aus verdrossenen Wählern“ erreichen. Das Wahlbündnis ist derzeit nach Angaben von Meinungsforschern für jeden vierten Wähler eine Option.

Mittelfristig wünscht sich die PDS eine Kooperation des Linksbündnisses mit der SPD, wenn diese wieder nach links rückt. „Für 2005 schließe ich eine Koalition aus“, sagte Gysi. Später könne man „auch über eine Zusammenarbeit reden“. Er betonte: „Demokratische Sozialisten haben nichts gegen linke Sozialdemokraten. Die haben bei uns Platz.“

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