DIE ORGANISATION : Boat People

Am Anfang stand ein Schiff für Vietnam: Um den vietnamesischen Bootsflüchtlingen im südchinesischen Meer zu helfen, gründete das Ehepaar Christel und Rupert Neudeck 1979 in Troisdorf bei Köln mit Freunden ein Komitee – die Urzelle der Hilfsorganisation Cap Anamur. Bei deren Namensgebung stand das Schiff Pate, das damals von dem neuen Komitee gechartert wurde und in der Folgezeit tausenden Flüchtlingen aus Vietnam das Leben rettete: Der Frachter „Cap Anamur“, benannt nach einem Kap an der türkischen Küste, und seine Nachfolgeschiffe retteten mehr als 10 000 der sogenannten Boat People aus dem Meer, 35 000 weitere wurden an Bord medizinisch versorgt. Auch damals zeigte sich die Hilfsorganisation schon streitlustig und erkämpfte für tausende Gerettete einen Zufluchtsort in der Bundesrepublik. Nach dem großen Erfolg der Rettungsmissionen im südchinesischen Meer und getragen von einer großen Spendenbereitschaft der deutschen Bevölkerung weiteten die Helfer ihre Arbeit aus – das Komitee „Ein Schiff für Vietnam“ wurde zum Komitee „Deutsche Not-Ärzte“. Seither war Cap Anamur in mehr als 50 Ländern tätig. Techniker bauten Ambulanzen und Schulen. Ärzte, Pfleger, Baufachleute und Logistiker verpflichteten sich für mindestens sechs Monate und arbeiteten zum Einheitslohn von 1100 Euro brutto. AFP

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