Politik : Die Patrioten der Bundeswehr

Luftwaffe besitzt 36 Systeme

Alexander Visser

Die Bundeswehr verfügt über insgesamt 36 Systeme der von Israel angefragten Patriot-Luftabwehrraketen. Sechs der seit 1989 eingesetzten Systeme hat die Luftwaffe zurzeit eingelagert, sie stehen dem Verteidigungsministerium zufolge zum Verkauf bereit. Zu jedem System gehören acht mobile Abschussvorrichtungen, die mit jeweils vier Raketen bestückt werden können. Hinzu kommen Feuerleitstand, Radaranlagen, Fernmeldeeinrichtungen und Anlagen zur Stromerzeugung. Die Bedienung eines Systems erfordert rund 100 Soldaten.

Die Patriot-Pac-2-Raketen haben eine Reichweite von über 100 Kilometern und können Ziele in Höhen von sechs bis 30 Kilometern treffen. Jede der Raketen ist 5,30 Meter lang, hat einen Durchmesser von 40 Zentimetern und wiegt beim Abschuss 900 Kilogramm.

Unklar ist, wie effizient Patriots bei der Abwehr taktischer Raketen sind. Die USA entwickelten das System ursprünglich, um Flugzeuge zu treffen. Die Systeme wurden im Laufe der Jahre weiterentwickelt, sowohl die Raketen als auch die dazugehörigen Leitsysteme. Dennoch haben die neueren Raketen des Typs Pac 2, die die deutsche Luftwaffe einsetzt, nur „begrenzte Fähigkeiten“ gegen Raketen. Die USA haben mit Pac 3 auch noch neuere Patriot-Varianten getestet. Diese so genannten „Hit-to-kill“-Flugkörper sollen feindliche Raketen noch effektiver vernichten. Auch die deutsche Luftwaffe will auf Pac 3 umrüsten. Doch sind sie noch nicht für die Massenproduktion geeignet, Tests im August 2002 sind offenbar fehlgeschlagen.

Ein weiterer Schwachpunkt der Patriots bei der Raketenabwehr ist die Zielerfassung per Radar. Da Raketen schmal und kompakt gebaut sind, können sie vom Radar nur schwer erfasst werden. Modernere Raketenabwehrsysteme sind daher satellitengestützt.

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