Politik : Die PDS – eine Partei mit vielen Namen

Matthias Meisner

Berlin - Wo Linkspartei draufsteht, ist auch künftig PDS drin. Nur soll das vor allem im Westen nicht jeder gleich merken. Nach dem Parteitag Mitte Juli hat die Parteizentrale den Verbänden eine Handreichung zu den Konsequenzen aus der Namensänderung übermittelt. Um die häufig gestellte Frage „Wie heißen wir denn jetzt? Linkspartei? Die Linkspartei? Oder Die Linke?“ zu beantworten, ist ein vierseitiges Merkblatt notwendig.

Zwar heißt die Partei bundesweit nun Die Linkspartei. Doch schon die Landesverbände lassen den Zusatz PDS „a) entweder weg oder b) übernehmen ihn“, schreibt die Führung. Mitgliedsausweise, vor der Debatte erst nachgedruckt, sollen zunächst nicht neu aufgelegt und nur mit dem neuen Parteinamen bestempelt werden, heißt es in der Anordnung aus dem Karl-Liebknecht-Haus. Im bundesweiten Wahlkampf soll das Logo Die Linke.PDS verwandt werden. Fahnen gibt es künftig nach Bedarf – sowohl solche mit Aufdruck PDS wie auch mit Die Linke. Wer will, darf auch beide aufhängen.

Und wie sollen die Fraktionen künftig heißen? Denen rät die Parteiführung, „eine Umbenennung zu prüfen“. Sie schreibt, dass „im Moment in Abstimmung mit unserer Werbeagentur“ ein „geeigneter Name erarbeitet“ werde, „der dann auch auf die Kommunalfraktionen übertragen werden sollte“.

„Im Prinzip“ darf auch älteres Material nur mit Namen PDS verteilt werden. Dies, so die Parteizentrale, sei „eher ein werbetechnisches als ein wahlrechtliches Problem“. Wo die Genossen wollen, sollen sie den neuen Namen auf Flyer und Broschüren drucken.Erwartet wird von der Parteiführung, dass die Verbände „grundsätzlich“ Tür- und Klingelschilder, Visitenkarten und Briefbögen sowie die Außenwerbung im Schaufenster ändern. Damit alles seine Ordnung hat, seien Stempel „sofort auszutauschen“. Andererseits sei es „wohl schwierig, jeden Bonbon zu stempeln“.

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