DIE PRAXISGEBÜHR : Versuch – und Irrtum

Die Praxisgebühr wurde im Jahr 2004 unter Rot-Grün eingeführt – und von der Union mit abgesegnet. Seither werden für Arztbesuche pro Quartal und Patient zehn Euro erhoben. Wer in diesen drei Monaten einen anderen Arzt besuchen will, muss, wenn er eine Überweisung mitbringt, den Betrag nicht mehr zahlen. Eine Ausnahme sind Zahnarztbesuche, hier fallen die zehn Euro erneut an. Die Gebühr entfällt nur für Kontrollbesuche beim Zahnarzt, für Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sowie bei Schutzimpfungen. Im vergangenen Jahr nahmen die Krankenkassen durch die Praxisgebühr knapp zwei Milliarden Euro ein. Ziel der Gebühr war bei ihrer Einführung, die Zahl unnötiger Arztbesuche zu verringern. Mehrere Studien haben jedoch gezeigt, dass dieser Effekt nicht eingetreten ist. Gleichzeitig kritisieren Sozialverbände, dass Patienten mit niedrigem Einkommen wegen der Gebühr zu selten und zu spät zum Arzt gehen – und dadurch Krankheiten verschleppt werden. raw

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