• Die regierende Demokratische Partei liegt vorn - Extrem niedrige Teilnahme an der Abstimmung

Politik : Die regierende Demokratische Partei liegt vorn - Extrem niedrige Teilnahme an der Abstimmung

Die Demokratische Millenniumspartei (DMP) von Südkoreas Präsident Kim Dae Jung hat die Parlamentswahlen in dem südostasiatischen Land am Donnerstag Hochrechnungen zufolge klar gewonnen. Zwei Fernseh-Hochrechnungen sahen die Partei klar vorn, sie verfehlte aber diesen Angaben zufolge die absolute Mehrheit. Die Partei konnte nach unterschiedlichen Hochrechnungen zwischen 119 und 139 der 273 Sitze erringen. Großer Verlierer der Wahl war demnach die Liberaldemokratische Union (LDU), die im Januar aus der Regierungskoalition ausgeschert war.

Die Demokratische Milleniumspartei konnte nach den Hochrechnungen auch die bislang stärkste Partei, die konservative Große Nationalpartei (GNP), übertrumpfen. Die MDP dürfte die absolute Mehrheit zwar verfehlen, ihre Gewinne gelten aber als Zustimmung zu der von Kim eingeleiteten Wirtschaftsreform und zur Annäherung an den kommunistischen Norden des geteilten Landes - der so genannten "Sonnenscheinpolitik". Den Berechnungen mehrerer Fernsehsender zufolge lag die MDP vor der GNP.

Die Wahlbeteiligung war mit rund 60 Prozent aber so niedrig wie nie zuvor. Ursache waren vermutlich die zahlreichen Korruptions- und Bestechungsskandale. Bürgerrechtsgruppen hatten sich auch gezielt gegen einzelne Kandidaten gewandt, die sie als korrupt betrachten. Viele Menschen nutzten das frühlingshafte Wetter in Südkorea auch zu einem Ausflug ins Grüne statt zum Gang ins Wahllokal.

Für Aufregung hatte in den letzten Tagen vor der Wahl die Entscheidung Kims zum ersten Gipfeltreffen mit Nordkorea gesorgt. Der GNP-Vorsitzende Lee Hoi Chang bezeichnete die Ankündigung drei Tage vor der Wahl als eine politische Verschwörung.

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