• Die russische Luftwaffe greift Ziele in Tschetschenien an - doch Moskau dementiert schon wieder eine eigene Siegesmeldung aus Dagestan

Politik : Die russische Luftwaffe greift Ziele in Tschetschenien an - doch Moskau dementiert schon wieder eine eigene Siegesmeldung aus Dagestan

Die russische Luftwaffe hat in der Nacht zum Donnerstag erneut Ziele in Tschetschenien angegriffen. Dabei wurde nach Angaben der tschetschenischen Regierung mindestens ein Mensch getötet, mehrere seien verletzt worden. Wie der zuständige Provinzgouverneur Omar Baltajew sagte, war ein Angriffsziel Nojaj-Jurt, Hauptstadt der gleichnamigen tschetschenischen Provinz, die an Dagestan grenzt. Da jedoch inzwischen fast alle der rund 10 000 Einwohner geflüchtet seien, seien die Opferzahlen nicht so hoch gewesen. Nach tschetschenischen Regierungsangaben starben seit Beginn der russischen Luftangriffe am 5. September mehr als 160 Menschen; rund 300 seien verletzt worden. Russland spricht von Angriffen auf Rückzugsgebiete der Moslem-Rebellen auf tschetschenischem Gebiet, die im benachbarten Dagestan einen islamischen Gottesstaat errichten wollten.

Das russische Innenministerium erklärte am Donnerstag überraschend, die Rebellen hielten noch die dagestanischen Dörfer Achar und Schuschewa besetzt. Es widersprach damit Angaben von Verteidigungsminister Igor Sergejew, der am Mittwoch wieder einmal die Vertreibung "aller Kämpfer" verkündet hatte.

In der tschetschenischen Hauptstadt Grosny demonstrierten am Donnerstag rund 15 000 Menschen gegen Russland und die Angriffe der russischen Streitkräfte. Die Redner kritisierten, dass Tschetschenien von Moskau in Zusammenhang mit den Bombenanschlägen in Russland gebracht werde.

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