Politik : Die Schweiz hat’s

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Die Pflicht zur gesetzlichen Kranken und Rentenversicherung gilt in Deutschland nur für Arbeiter und Angestellte. In einer Bürgerversicherung dagegen müssen auch Beamte und Selbständige Mitglied sein. Zur Beitragsbemessung werden neben dem Arbeitseinkommen auch Miet- und Zinseinkünfte sowie Aktiengewinne herangezogen, was den Faktor Arbeit entlastet und die Versicherungseinnahmen bei Arbeitslosigkeit stabil hält. Die Grünen haben schon vor zwei Jahren den Umbau zur Bürgerversicherung gefordert. Karl Lauterbach, Mitglied der Rürup-Kommission und Berater von Sozialministerin Ulla Schmidt, plädiert ebenfalls für den Umbau.

Die Schweiz hat bereits eine solche Bürgerversicherung, beim Rentensystem zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je fünf Prozent, wobei Gutverdienende besonders zur Kasse gebeten werden, da keine Beitragsbemessungsgrenze gilt. Jedoch erwirbt jeder Versicherte nur einen maximalen Rentenanspruch von rund 2000 Franken. Zusätzlich gilt eine obligatorische betriebliche Altersvorsorge. Bei der Krankenversicherung zahlt jeder Schweizer unabhängig vom Einkommen eine Kopfpauschale von etwa 220 Franken im Monat für eine obligatorische Grundversicherung. cir

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