Die Sparkassenchefs und ihr Einkommen : Höhere Bezüge als die Kanzlerin

„Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin“ – für diesen Spruch hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück viel Schelte bekommen. Was ist dran an Steinbrücks markigem Vergleich?

Der Herausforderer und die Kanzlerin, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2006.
Der Herausforderer und die Kanzlerin, hier auf einem Bild aus dem Jahr 2006.Foto: dpa

Ein Blick auf einige Sparkassen in NRW zeigt: Selbst kleinere Sparkassen zahlen ihrem Vorstandsvorsitzenden tatsächlich mehr, als die Kanzlerin verdient. Merkel kommt mit Kanzlerbesoldung und Abgeordnetenbezügen auf knapp 300 000 Euro im Jahr. Der Chef der Sparkasse Köln-Bonn dagegen kassierte im Jahr 2011 eine Vergütung von 578 000 Euro, die „einfachen“ Vorstandsmitglieder erhielten 407 000 bis 442 000 Euro. Mit einer Bilanzsumme von rund 30 Milliarden Euro ist Köln- Bonn aber auch eine der größten Sparkassen in Deutschland. Zu den größeren in NRW zählt auch die Sparkasse Münsterland- Ost mit einer Bilanzsumme von 8,3 Milliarden Euro. Vergütung des Vorstandsvorsitzenden: 593 000 Euro. Aber auch in kleineren Häusern werden die Chefs ordentlich bezahlt. So in Paderborn, wo die Sparkasse bei einer Bilanzsumme von 3,4 Milliarden Euro ihrem Chef 388 000 Euro zahlt. Die Sparkasse am Niederrhein – Bilanzsumme drei Milliarden Euro – entlohnt den Vorstandschef mit 312 000 Euro. Etwas bescheidener muss der Sparkassenchef im westfälischen Gronau leben: Sein Haus, mit einer Bilanzsumme von 464 Millionen Euro eine der ganz kleinen Sparkassen, gibt ihm eine Gesamtvergütung von 215 000 Euro. (dpa)

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