Politik : Die SPD verliert das Vertrauen der Bürger

Wirtschaftliche Aussichten für das kommende Jahr und die Hartz-Pläne werden skeptisch bewertet / Bei der Sonntagsfrage liegen Union und FDP vorn

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DEUTSCHLANDTREND

Für den Deutschlandtrend im Auftrag von ARD/„Bericht aus Berlin“ und Tagesspiegel hat Infratest dimap vom 28. bis 30. Oktober 1299 Bürger befragt.

Der Auftakt der zweiten rotgrünen Koalition steht unter keinem guten Stern: Die wirtschaftlichen Erwartungen der Deutschen haben sich deutlich eingetrübt, das Vertrauen in die neue Regierung ist gering. Die Hälfte der Bürger ist der Ansicht, die wirtschaftliche Lage werde in einem Jahr schlechter sein, vor zwei Monaten war es nur jeder Fünfte. 27 Prozent meinen, sie werde etwa gleich sein. Nur 22 Prozent rechnen mit einer Besserung. 86 Prozent aller Befragten – und immerhin 82 Prozent der SPD-Anhänger – glauben der Aussage der Regierung nicht, dass die Haushaltslücken erst nach der Wahl erkennbar waren. Drei Viertel (77 Prozent) befürchten, dass die Finanzlücke im kommenden Jahr größer sein wird als von der Regierung vorhergesagt.

Nur ein Zehntel der Bürger glaubt, dass die Umsetzung der Hartz-Vorschläge deutlich mehr Beschäftigung bringen wird, 59 Prozent erwarten immerhin kleine Erfolge. Ein Viertel (27 Prozent) befürchtet, dass die Maßnahmen keine Wirkung entfalten. Die Zweifel am Erfolg des Konzeptes haben in den letzten Monaten deutlich zugenommen.

Vor dem Hintergrund dieser negativen wirtschaftlichen Einschätzungen ist die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung massiv zurückgegangen: Derzeit äußern sich nur 29 Prozent positiv (minus 13 Punkte im Vergleich zu September). Infolgedessen ist das Vertrauen in die Lösungskompetenz der Regierungspartei SPD deutlich gesunken, sie hat teilweise zweistellige Verluste zu verkraften. Die Union hingegen kann sich in fast allen abgefragten Politikfeldern profilieren, ihr wird derzeit in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik deutlich mehr zugetraut als der SPD.

Der massive Vertrauensverlust für die SPD wird begleitet von einem Einbruch bei der Sonntagsfrage: Die SPD käme derzeit nur auf 35 Prozent der Stimmen. Die mit Abstand stärkste Partei wäre die Union mit 43 Punkten (siehe Grafik).Tsp

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