Politik : Die Stimmung für die SPD bessert sich

Aber mit der Arbeit der Bundesregierung sind die Deutschen weiter unzufrieden / Jobmisere gilt als größtes Problem

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POLITBAROMETER

Für das Politbarometer im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel hat die Forschungsgruppe Wahlen vom 24. bis zum 27. März 1274 Interviews in Deutschland geführt.

Der strikte Antikriegskurs der Bundesregierung führt offenbar dazu, dass sich die politische Stimmung in Deutschland für Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine SPD leicht verbessert. Die Sozialdemokraten können zum dritten Mal in Folge ihre Werte etwas steigern und kommen auf 30 Prozent. Das sind drei Prozent mehr als bei der Umfrage vor zwei Wochen. Die Grünen erreichen 11 Prozent (+1). Die Union dagegen muss Einbußen hinnehmen (4), kommt aber immer noch auf 50 Prozent. Der Vorsprung vor dem Regierungslager ist also weiterhin deutlich. Allerdings hat sich die Distanz zwischen den beiden großen Parteien in nur einem Monat um 11 Prozent verringert. Die FDP rangiert wieder bei 5 Prozent.

Auch in der „Sonntagsfrage“ kann die SPD leicht zulegen und verbessert sich auf 32 Prozent. Die Union verliert erstmals seit der Bundestagswahl im September 2002, kommt aber immer noch auf 47 Prozent. Zusammen mit den Freien Demokraten (5 Prozent) würde es also weiter knapp für eine absolute Mehrheit reichen.

Zwar wird die Leistung und Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung deutlich besser beurteilt. Dennoch liegt der aktuelle Wert von -1,1 noch klar im negativen Bereich (zuvor -1,6). Daran hat sich in den vergangenen vier Monaten nichts geändert. Die schlechten Werte für die rot-grüne Koalition nutzen der Union aber wenig. Ihre Oppositionsarbeit wird gerade mal mit „durchschnittlich“ benotet.

Viel Bewegung gibt es derzeit bei der Bewertung der politischen Spitzenkräfte. Ähnlich wie bei der Stimmungslage können hier fast alle Kabinettsmitglieder zulegen. Vertreter der Union müssen Verluste hinnehmen. Angela Merkel zum Beispiel fällt auf einer Skala von +5 bis -5 auf ihren bisher schlechtesten Wert im Politbarometer: Mit 0,0 kommt sie nur noch auf Platz sieben. Vor zwei Wochen erreichte die CDU-Chefin noch 0,3 und Platz drei. Als bester Unionspolitiker landet Vizefraktionschef Friedrich Merz auf Platz fünf mit 0,1.

Kanzler Schröder kann sich auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker von Rang sieben auf Platz vier verbessern. Der SPD-Vorsitzende erreicht einen Wert von 0,1 nach -0,6 vor 14 Tagen. Unangefochtene Nummer eins ist weiterhin Außenminister Joschka Fischer mit einem Wert von 2,4 (2,1). Es folgen mit großem Abstand Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (0,8) und Verteidigungsminister Peter Struck (0,5). Schlusslicht bleibt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (-0,8).

Trotz der großen Präsenz des Irak-Krieges in der Politik und in den Medien hat das Thema Arbeitslosigkeit weiter überragende Bedeutung für die Deutschen. Nach zuletzt 76 Prozent bezeichnen 68 Prozent der Befragten Arbeitsmarkt und Jobmisere als größtes Problem.

Auf dem zweiten Platz der wichtigsten Themen rangiert wie zuvor der Bereich Krieg, Frieden und Terror (40 Prozent), auf der dritten Position folgt mit 19 Prozent die Bedeutung der Wirtschaftslage. Tsp

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