Politik : Die Unruhe kehrt an die Börsen zurück

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Seit Donnerstag hat auch für die Börsianer der Terror wieder brennende Aktualität. „Dass es immer wieder zu Terroranschlägen kommen kann, war an der Börse in letzter Zeit in Vergessenheit geraten“, sagte Fidel Helmer, Börsenchef beim Bankhaus Hauck&Aufhäuser. Die Lage im Blick auf mögliche Anschläge sei weiter brisant, heißt es bei Händlern und Volkswirten. Der neu entbrannte Krieg im Nahen Osten könne neue Rachegelüste schüren, vermutet nicht nur Jürgen Pieper, Luftfahrt-Experte beim Bankhaus Metzler. Mit Panik allerdings rechnet niemand, weil Akteure, Systeme und die für die Stabilität an den Finanzmärkten verantwortlichen Notenbanken vorbereitet sind.

Heftige Reaktionen wie im September 2001 erwartet selbst bei neuerlichen Attacken kaum jemand. Am Freitag zeigten die Aktienkurse wieder nach oben, das Papier von Lufthansa kletterte sogar deutlich. Obwohl die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen nach den aufgedeckten Terrorplänen drastisch verschärft werden, rechnen Lufthansa und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport kurzfristig nicht mit höheren Kosten. Prinzipiell erstattet das Bundesinnenministerium Flughäfen und Airlines die Aufwendungen für die Sicherheit. Bezahlen müssen allerdings die Passagiere. Allein in Frankfurt waren es im vergangenen Jahr bei 50 Millionen Fluggästen rund 350 Millionen Euro Sicherheitsgebüren.

Für die Airlines spielt nach Experten-Ansicht mittelfristig der Ölpreis eine wichtigere Rolle als die Terrorgefahr. Auch wenn der Preis für das Barrel Rohöl derzeit unter die Schwelle von 75 Dollar gerutscht ist. Nach den Anschlägen vom September 2001 kostete das Barrel gerade mal 31 Dollar.

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