Politik : Die Untertöne machen sprachlos

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Das der Titelseite folgende Interview reiht sich ein in eine Reihe von in der letzten Zeit zunehmenden Meinungsbekundungen aus intellektuellen Kreisen, die, angesichts der NSVergangenheit und ohne die Political Correctness zu bemühen, erschrecken lassen.

Lassen wir den schon vielfach behaupteten (angeblichen) „Generationenverrat“ der die Gesellschaft aus den Trümmern neu schaffenden, mit wenig oder keinem Urlaub auskommenden und – anders als 23-Jährige heute – ohne Erbschaft auskommenden und zur Erzeugung von zwei und mehr Kindern prinzipiell noch willigen „Alten“ einmal beiseite; ebenso den von der früheren CDU/FDP-Regierung im Namen der Wiedervereinigung betriebenen Rentnerinnen- und Rentnerverrat kraft zweckwidrigen Eingriffs in die staatliche Rentenkasse.

Lassen wir auch beiseite die von der Allgemeinheit zu tragenden Kosten für „Unfälle“ aller Art, wie sie vor allem den jüngeren Menschen zugute kommen: die Extremsportvarianten und vieles, vieles andere. Gegenseitige Aufrechnung – so weit sind wir schon! – hilft da nicht weiter, auch wenn das Ergebnis für einen nicht geringen Teil insbesondere der spaß- und luxusverwöhnten jüngeren Generation (übermäßiges Taschengeld, Weltreisen im Schulalter, Abitur-Fahrten, Omas und Opas Erbschaft und anderes mehr) nicht viel versprechend zu sein scheint.

Die Phrasen des CDU-Nachwuchspolitikers von der „DDR light“-Heimat im Ruhrgebiet oder vom „sozialistischen Ausbeutungssystem“ der Bundesrepublik Deutschland zu Lasten der Jüngeren, Zeugnisse also einer offenbar nie versiegenden konservativen Rhetorik, und – vor allem – die (mit Verlaub) faschistoiden Untertöne bezüglich der an den 85-Jährigen festgemachten „Alten“ machen sprachlos. Für Empörung aber – so scheint es – besteht kein Grund: „Früher sind die Leute auch auf Krücken gelaufen.“ Wie wahr: Was waren das doch noch für schöne Zeiten! Darf davon ausgegangen werden, dass die CDU sich künftig für die Forderung stark macht, in Suchtabhängigkeit Geratene von der „sozialistischen“ Fürsorgeliste zu streichen?

Vor solchen Nachwuchspolitikern kann einem schon Angst und Bange werden, zumal unter christlichem Aspekt.

Gerda Ordnung, Kleinmachnow

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