Politik : „Die USA sind eine zurückhaltende Supermacht“

Friedensnobelpreisträger Carter lehnt einen Krieg gegen den Irak ab

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Oslo (dpa). Der frühere USPräsident Jimmy Carter hat am Dienstag in Oslo den diesjährigen Friedensnobelpreis entgegengenommen. In seiner Dankesrede lobte er die Politik der USA, „der einzigen Supermacht auf der Welt“, als „zurückhaltend“. Der 78-Jährige sagte bei der feierlichen Zeremonie im Rathaus der norwegischen Hauptstadt: „Wir sind nie davon ausgegangen, dass Superstärke dasselbe ist wie Superweisheit und haben uns stets an die internationale Gemeinschaft gewandt, um sicherzustellen, dass unsere eigene Macht und unser Einfluss von einer möglichst breiten gemeinsamen Urteilskraft mit beeinflusst werden.“

Einen Alleingang der USA oder einen Präventivangriff auf den Irak lehnte Carter ab. Ohne die US-Regierung zu erwähnen, sagte er: „Mächtige Länder, die das Prinzip des Präventivkriegs anwenden, könnten ein Beispiel mit katastrophalen Folgen statuieren.“ Derzeit gebe es weltweit bereits acht Atommächte, von denen drei „in Gebieten von hoher internationaler Spannung“ lägen und eine Bedrohung für ihre Nachbarn seien. Carter forderte eine Stärkung der Vereinten Nationen (UN). Globalen Herausforderungen müsse „mit straken Bündnissen und im internationalen Konsens“ begegnet werden. Und das könne die UN am Besten leisten.

Der Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, Gunnar Berge, sagte bei der Preisverleihung vor 1000 Zuschauern: „Jimmy Carter wird wahrscheinlich nicht als der effektivste Präsident in die amerikanische Geschichte eingehen.“ Aber er sei mit Sicherheit der beste Ex-Präsident, den das Land je gehabt habe. Das Komitee begründete die Auszeichnung Carters mit dessen jahrzehntelangen Einsatz zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte, vor allem im Nahen Ost.

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