Politik : Die Vieh-Katastrophe: Tuberkulose bei Rinderherde

Nach BSE-Krise und Schweinemast-Skandal ist in Deutschland nun Tuberkulose (TBC) in einer Rinderherde ausgebrochen. Im östlich von München gelegenen Landkreis Ebersberg wurden 140 Kühe und Kälber eines landwirtschaftlichen Betriebes getötet, nachdem die über Rohmilch auf den Menschen übertragbare Krankheit festgestellt worden war.

Rinder-TBC galt in Deutschland seit Jahren als nahezu ausgerottet. Nach jahrzehntelanger Isolierung von infizierten Tieren und dem Aufbau TBC-freier Herden verlieh die Europäische Union Deutschland 1997 offiziell den Status "tuberkulosefrei". Auch die ebenfalls mögliche Übertragung des Erregers auf Menschen wurde durch die sorgfältigen Maßnahmen und auch durch das routinemäßige Erhitzen von Milch erheblich vermindert. Das Augenmerk der Behörden richtet sich nun besonders auf jene Menschen, die bei dem Hof regelmäßig oder gelegentlich Rohmilch bezogen. Der Ebersberger Landrat Hans Vollhardt (CSU) sagte, es seien fünf Familien ermittelt worden. Alle Familienmitglieder, darunter auch Kinder, müssten sich in den kommenden Tagen auf TBC untersuchen lassen. Die betroffene Landwirts-Familie - neben dem Ehepaar sechs Kinder - sei schon untersucht worden. Tuberkulose wurde nicht festgestellt. Bei Milch, die von dem Hof an eine Molkerei geliefert wurde, besteht nach Vollhardts Angaben keine Gefahr der TBC-Ansteckung, da sie erhitzt wird.

Die TBC-Erkrankung wurde bereits am 7. Dezember festgestellt und am 9. Februar bestätigt, teilte der Landrat weiter mit. Ein totes Rind war wegen einer anderen Krankheit seziert worden. Von 140 Tieren waren 87 infiziert. Bei keinem der infizierten Rinder war die Krankheit ausgebrochen. Nach der Untersuchung der gesamten Herde wurde Anfang dieser Woche der Bestand vollständig gekeult und verbrannt. Eine Gefahr für andere Tiere im Landkreis bestehe nicht, da die Herde isoliert gehalten worden, sei, sagte der Landrat.

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