Politik : Die Wächter im System der Schwarzen Kassen - Kiep, Weyrauch, Lüthje

Der frühere CDU-Bundesschatzmeister Walther Leisler Kiep, der langjährige CDU-Steuerberater und Kohl-Vertraute Horst Weyrauch sowie Kieps "rechte Hand" Uwe Lüthje - das waren die zentralen Finanzakteure der CDU in der Ära des früheren CDU- Vorsitzenden Helmut Kohl.

Walther Leisler Kiep: Der frühere CDU-Bundesschatzmeister war dabei, als Weyrauch von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber 1991 eine Million Mark in bar als Spende entgegen nahm. Kiep soll mit einem Teil der Spende eine private Anwaltsrechnung beglichen haben. Gegen den 73-Jährigen wurde Anfang November 1999 Haftbefehl erlassen. Gegen Kaution kam er jedoch wieder auf freien Fuß.

Horst Weyrauch: Der langjährige Finanzberater der CDU sieht sich nur als "Rad im Räderwerk" des CDU-Finanzskandals, doch die Parteispitze geht davon aus, dass er wie kein Anderer Durchblick durch das Konten-Dickicht der Union hat. Ohne das Wissen und die finanztechnischen Finessen eines Steuerexperten wie Weyrauch hätte Kohl sein System der Schwarzen Kassen nicht organisieren können. Nicht nur für die Bundes-CDU, sondern auch für die CDU Hessen ist Weyrauch mehrfach in die Schweiz gereist. Ein Grund sind die zweistelligen Millionenbeträge, die die Landes-CDU 1983 dorthin transferierte.

Uwe Lüthje: Der 67-Jährige gilt als profunder Kenner der CDU-Finanzen und Weggefährte Weyrauchs. 1971 wurde er Generalbevollmächtigter der CDU-Bundesschatzmeisterei und damit Kieps rechte Hand. In der Parteispendenaffäre der 80er Jahre saß Lüthje zusammen mit Kiep auf der Anklagebank. Das Verfahren gegen Lüthje wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung wurde damals eingestellt. 1993 schied er aus dem Amt und soll von der Partei erhebliche Summen als Abfindungen erhalten haben. Demnächst soll er als einer der ersten Zeugen vor dem Spenden-Untersuchungsausschuss aussagen.

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