Die Wahl der Führung : Homburger überzeugt nicht

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„Jetzt geht's los“. Mit diesem Versprechen hat sich der neue FDP-Vorsitzende Philipp Rösler bei seiner Partei für die Wahl bedankt. Rösler erhielt 619 von 651 Stimmen (95,08 Prozent) und damit eines der besten Ergebnisse, das die Liberalen bisher einem Vorsitzenden beschert haben.

Dagegen galt die Wahl seiner ersten Stellvertreterin Birgit Homburger als heikel. Als Preis auf ihren Verzicht auf das Amt der Fraktionsvorsitzenden hatte Rösler ihr vergangene Woche versprechen müssen, sie beim Parteitag selbst zur Wahl vorzuschlagen. Homburger galt dieses Verfahren als Gewähr für einen Erfolg. Damit mussten sich die Delegierten entscheiden, ob sie ihrem Missmut über die Politikerin wirklich Ausdruck geben wollten – und damit Rösler beschädigen würden. Homburger, deren Karriere eng mit Guido Westerwelle verbunden ist, galt vielen in der FDP als Mitverantwortliche für den Vertrauensverlust und die Serie von Wahlniederlagen. In ihrer ausführlichen Bewerbungsrede gestand Homburger ein, ihre Darstellung liberaler Politik in der Öffentlichkeit sei „sicherlich verbesserungswürdig“. Freilich hielten viele die Rede der baden-württembergischen Landeschefin nicht für überzeugend. Knapp zwei Drittel (66,1 Prozent) wählten sie – ohne Röslers Hilfe wären es weit weniger gewesen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wurde mit 85,5 Prozent ebenfalls zur Parteivize gewählt. Dritter Stellvertreter ist der sächsische Landeschef Holger Zastrow (89,4 Prozent).

Generalsekretär Christian Lindner wurde von den Deligierten mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Lindner erhielt bei dem Votum 86,95 Prozent der Stimmen. Bei seiner ersten Wahl zum Generalsekretär im April vergangenen Jahres hatte Lindner allerdings noch 95,6 Prozent bekommen.

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