• Die Zahl ausländischer Sozialhilfeempfänger ist stark gestiegen - der DSGB fordert ein einheitliches Integrationskonzept

Politik : Die Zahl ausländischer Sozialhilfeempfänger ist stark gestiegen - der DSGB fordert ein einheitliches Integrationskonzept

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DSGB) hat angesichts der weiter wachsenden Zahl ausländischer Sozialhilfebezieher Alarm geschlagen und ein bundeseinheitliches Integrationskonzept gefordert. Die Zahl der in Deutschland auf Sozialhilfe angewiesenen Ausländer sei auf 665 000 gestiegen, damit beziehe fast jeder Zehnte hier lebende Ausländer staatliche Unterstützung, geht aus einer Mitteilung des DSGB vom Freitag in Berlin hervor. "Heute beziehen bei den Ausländern neun Prozent Sozialhilfe, bei den Deutschen lediglich drei Prozent." Noch 1980 habe es lediglich 71 000 ausländische Hilfeempfänger gegeben - bei etwa gleicher Sozialhilfequote bei deutscher und ausländischer Bevölkerung. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes kletterte der Anteil der Ausländer an den Sozialhilfeempfängern zwischen 1980 und dem Jahresende 1997 von acht auf 23 Prozent.

Aus dieser Entwicklung entstehe "sozialer Sprengstoff, den wir so nicht hinnehmen können", sagte DSGB-Präsidialmitglied Gerd Landsberg. Besonders schwer wiege, dass fast die Hälfte der ausländischen Sozialhilfeempfänger jünger als 25 Jahre sei, eine Folge von Arbeitslosigkeit und fehlender Ausbildung. Der Städte- und Gemeindebund erneuerte deshalb seine Forderung nach einem bundesweiten Integrationskonzept. Dazu gehören bessere Sprachförderung, auf den Beruf ausgerichtete Bildungsmaßnahmen sowie Eingliederungsprogramme für Neuankömmlinge. "Wir wollen, dass die auf Dauer in Deutschland eingereisten Ausländer möglichst schnell auf eigenen Füßen stehen und sich in der deutschen Gesellschaft zurechtfinden", sagte Landsberg.

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