Politik : DIE BIBLIOPHILE

Layla Chaou

ni, Verlegerin

Sie ist erst die zweite Frau, die in Marokko einen Verlag mit Programm und Serien gegründet hat, Le Fennec. Das war 1987. „Da gab es kaum Literatur über die Situation der Frauen in Marokko, ihre Träume und die Gesetze, die ihr Leben bestimmen“, erinnert sich die ehemalige Journalistin, die aus der frankophonen Bourgeoisie stammt. So entstanden Buchreihen mit Titeln wie „Frauen und Macht“ oder „Frauen und Demokratie“, die von der bekannten Feministin Fatima Mernissi geleitet wurden. Mernissis bahnbrechendes Buch „Geschlecht, Ideologie, Islam“ veröffentlichte Chaouni erstmals auf Arabisch. Später kamen Reihen wie „Islam und Humanismus“ hinzu, die alternative Sichtweisen des Islam auf aktuelle Probleme aufzeigten. Um das Gedankengut unters Volk zu bringen, begann Chaouni, ihre Bücher in Billigversionen auch in Bahnhofskiosken und an Busbahnhöfen zu verkaufen. Sie hatte auch den Mut, 1989 als Erste Erzählungen des damals inhaftierten Abdelkader Chaoui über die Repression während der „bleiernen Jahre“ unter König Hassan II. zu veröffentlichen. Und auch wenn in Marokko wenig gelesen wird, ist sich Layla Chaouni sicher: „Wir haben die Leute erreicht, denn jetzt gibt es den arabischen Frühling.“ Dieser hat bereits Land und Leute und sie selbst verändert. „Marokkanisch zu sein, hat mir vorher nichts bedeutet, jetzt fühle ich mich hundertprozentig marokkanisch.“

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