Politik : Dieter Althaus: Ein Politiker mit Talent zum zähen Widerstand

Bärbel Schubert

Ruhig und gesetzt wirkt der neue Landesvorsitzende der thüringischen CDU. Er gehört nicht zu denen, die gleich auf den ersten Blick auffallen. Dennoch hat ihn seine Karriere in der Politik stetig nach oben geführt. Als er 1999 nach der Landtagswahl in Thüringen CDU-Fraktionsvorsitzender wurde, geschah das klar mit dem Blick auf die anstehende Nachfolge für Ministerpräsident Bernhard Vogel. Schon 1994 hatte ihn Vogel für diesen Schritt zu gewinnen versucht - ohne Erfolg. Sein Kultusminister Dieter Althaus wolle zunächst die begonnenen Schulreformen zu Ende führen, hieß es damals. Allerdings wurde auch gemunkelt, dass Althaus sich das neue Amt noch nicht zutraue.

Der Blockpartei CDU war Althaus schon 1985 beigetreten - um "den Werbeversuchen für die SED zu entgehen", wie er später berichtete. Zu dieser Zeit war er an einer Polytechnischen Oberschule in Eichsfeld Mathematik- und Physiklehrer. Mit diesen Erfahrungen begegnete er später manchen Diskussionen in der Kultusministerkonferenz irritiert. Dabei gehörte er unter anderem zu den beharrlichen Fürsprechern einer zwölfjährigen Schulzeit bis zum Abitur. Auch in der Union scheute er den Konflikt nicht und forderte 1996 als einer der ersten eine Ausbildungssteuer.

Als Kultusminister machte Althaus zwei Legislaturperioden lange keine schlechte Figur. Dabei hatte er einen schweren Start, denn die Kündigung politisch belasteter Lehrer hatte zu mehr als 1000 Prozessen und zu Nachzahlungen in Millionenhöhe geführt. Sollte Althaus tatsächlich Vogels Nachfolger auch als Ministerpräsident werden, wäre er nicht der erste, der aus dem Amt des Kultusministers an die Regierungsspitze gelangt ist. Bremens Bürgermeister Henning Scherf und Bundespräsident Johannes Rau haben es ihm vorgemacht.

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