Politik : Dioxin-Fett systematisch untergemischt?

Berlin - Im Dioxin-Skandal mehren sich die Hinweise auf kriminelle Machenschaften bei der Herstellung von Tierfutter. Ermittler fanden Anhaltspunkte dafür, dass bei der Produktion vorsätzlich und systematisch gepanscht wurde. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hält ein kriminelles Vorgehen für wahrscheinlich. „Die uns jetzt vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass gegen das Gesetz der Eintrag ins Futtermittel nicht gemeldet wurde“, sagte Aigner am Mittwoch in Berlin. Das niedersächsische Agrarministerium prüft, ob das Fleisch von rund 150 mit dioxinverseuchtem Futter gemästeten Schweinen in den Handel gelangte.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe geht dem Verdacht nach, dass der Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch belastete Vorprodukte möglicherweise systematisch so lange verdünnt haben könnte, bis der Dioxin-Grenzwert von 0,75 Nanogramm erreicht war. „Wir müssen das erst noch prüfen“, sagte Oberstaatsanwalt Ralph Döpper. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Behördenkreisen der beteiligten Bundesländer erfuhr, wurden von einem Produktionstag Mischproben beschlagnahmt, bei denen hohe Dioxin-Eingangsbelastungen immer weiter reduziert worden waren. Damit das Labor nicht Alarm schlägt, seien die Proben als technische Fette deklariert worden. Am Mittwoch wurde bekannt, dass – entgegen den Angaben vom Vortag – das Fleisch von rund 150 mit dioxinverseuchtem Futter gemästeten Schweinen doch in den Handel gelangt sein könnte. dpa

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